Imageverlust :

Betrug? Die Jugendwehr wehrt sich

Es sollte ein harmloser Wettbewerb werden, bei dem es darum ging, möglichst viele Stimmen einzuwerben. Dafür hatte ein Radiosender 5000 Euro ausgelobt. Doch nun ist der Wettbewerb ohne Sieger für beendet erklärt worden und das Image der Neustrelitzer Jugendfeuerwehr ist nicht nur ruiniert, sondern die Nachwuchskameraden werden sogar des Betrugs beschuldigt.

Die Neustrelitzer Jugendwehr befürchtet einen Imageverlust nach den Betrugsvorwürfen.
©fotodrachenei-Fotolia.com Die Neustrelitzer Jugendwehr befürchtet einen Imageverlust nach den Betrugsvorwürfen.

5000 Euro kann die Jugendwehr der Neustrelitzer Feuerwehr gut gebrauchen. Genauso hoch war das Preisgeld, das der Radiosender Antenne MV für den Gewinner ihres Feuerwehr-Battle ausgelobt hatte. Via Facebook sollte die Wehr Bilder ins Netz stellen und über mehrere Tage möglichst viele Stimmen – sogenannte Likes – für sich einholen. Die Neustrelitzer haben dies auch eifrig getan. Anscheinend eifriger als die Konkurrenz. Jedenfalls schnellten ihre Stimmen innerhalb von wenigen Stunden auf 9000 und immer höher.

Am Ende stand die Jugendwehr aus Neustrelitz bei diesen Wettbewerb auf Platz 1 mit etwa 17 000 Stimmen. Doch, so die Meinung einiger anderer Feuerwehren, die im Wettbewerb standen, hier ist etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Noch während der Wettbewerb lief, mussten sich die Neustrelitzer schon mit diesen Vorwürfen auseinandersetzen. Es wurden Forderungen laut, dass die Wehren mit den auffallend vielen Stimmen disqualifiziert werden sollten. Denn nicht nur die Neustrelitzer fielen mit ihrem Rekordergebnis auf, sondern auch die Tessiner.

Vorwurf des Stimmenkaufs

Trauriger Höhepunkt eines eigentlich lustigen Wettbewerbs? Der Radiosender hat dem Spiel ein Ende gesetzt, ohne einen Sieger zu krönen. „Am vergangenen Wochenende haben uns nun vermehrt Hinweise erreicht, dass einzelne Teilnehmer unseres Finalvotings möglicherweise nicht nur im Rahmen der sportlichen Fairness agiert haben“, heißt es seit Montag auf der Internetseite des Senders. „Einzelne Kandidaten sollen sich die Mühe gemacht haben, Hunderte von Mailadressen und Facebook-Accounts anzulegen, um sich so zu mehr Stimmen zu verhelfen. Andere gehen angeblich sogar so weit, sich ihre Stimmen erkauft zu haben.“ Auch beim Sender wird von einem Betrugsversuch gesprochen und von Manipulation des Ergebnisses. Die 5000 Euro bekommt nun keine Jugendwehr im Land, sondern der Landesjugendfeuerwehrverband.

Bei den Neustrelitzer Nachwuchskameraden herrscht Katerstimmung. „Wir haben so viel Werbung gemacht, die uns nun auf die Füße fällt“, sagt Ronny Rolf, der die Jugendlichen betreut. Im Land, aber auch in Berlin, Brandenburg und Stuttgart wurde mit Hilfe von Bekannten und Freunden für die Neustrelitzer Nachwuchskameraden geworben und um Stimmen gebeten, beschreibt Ronny Rolf das Vorgehen der Kameraden. Ein regelrechtes Netzwerk haben die Neustrelitzer aufgebaut, um die Siegprämie kassieren zu können.Die Betrugs-Anschuldigungen weisen die Kameraden von sich. Schließlich ist hier der Nachwuchs auf Stimmenfang gegangen, aber Stimmen gekauft wurden für den Sieg nicht. Das Geld reiche bei der Jugendwehr ohnehin gerade für die Ausrüstung.

Antenne MV verspricht indes, „schnellstmöglich Licht ins Dunkel zu bringen, den Votingverlauf erneut unter die Lupe zu  nehmen und an einer Lösung zu arbeiten, die für alle Teilnehmer nachvollziehbar und verständlich ist.“

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