Aufgegeben:

Biobauer verkauft seinen Hof

Ist der ökologische Landbau in der Krise? Zumindest der Biohof-Inhaber Andreas Schock sah seine Zukunftsaussichten in der Branche düster.

Die Arbeit mit Tieren wollen Schocks nicht gänzlich aufgeben. Im Nebenerwerb wollen sie sich der Zucht von Dorperschafen widmen. Den Hauptberuf "Biobauer" hat Andreas Schock aber an den Nagel hängen müssen.
Tobias Lemke Die Arbeit mit Tieren wollen Schocks nicht gänzlich aufgeben. Im Nebenerwerb wollen sie sich der Zucht von Dorperschafen widmen. Den Hauptberuf "Biobauer" hat Andreas Schock aber an den Nagel hängen müssen.

Die Entscheidung ist Andreas Schock und seiner Frau Ute nicht leichtgefallen – aber es sei der richtige Schritt gewesen. „Wir fühlen uns seither erleichtert und sind zufrieden“, sagen sie. Die Wustrower haben vor kurzem ihren Bio-Landwirtschaftsbetrieb aufgegeben und den Hof verkauft. „Mit Bio Geld zu verdienen, ist schwierig geworden“, sagt Andreas Schock, der seinen Betrieb seit 1995 aufgebaut hatte. 

Am Ende sei es ein schleichender Prozess gewesen. Der Tunnel sei immer länger geworden, wie es der ehemalige Biobauer formuliert. Bevor gar kein Licht mehr zu sehen ist, habe er lieber den Schlussstrich gezogen. In der ökologischen Landwirtschaft knirsche es an vielen Ecken, sagt Schock. „Wenn ich für meine Lämmer im konventionellen Bereich mehr Geld bekomme als beim Bio-Verkauf, dann läuft doch was falsch?“, wundert er sich. Denn genau das sei schon vorgekommen. Dabei kostet die ökologische Haltung bei weitem mehr Geld. 

Vieles kommt inzwischen aus Osteuropa

Aber warum stockt der Absatz, trotz boomendem Bio-Angebot in den Supermärkten? Andreas Schock zuckt mit den Schultern. Die deutsche Landwirtschaft allein könne jedenfalls längst nicht mehr allein die große Nachfrage nach Bio-Produkten decken. Vieles komme aus Osteuropa, wo günstiger produziert werde und der Kontrolldruck wohl nicht so hoch sei wie in Deutschland, sagt Schock.

Zu den Absatzproblemen kam nun noch die Auflage, für den ständigen Auslauf seiner Schweine ein neues Gülle- und Regenwasserauffangbecken zu bauen. Rund 100 000 Euro Baukosten und noch mal 50 000 Euro für Technik hätte der Bio-Hof wuppen müssen. Es spielen aber noch weitere Gründe wie stark gestiegene Pachten für die Grünflächen oder die Zunahme des bürokratischen Aufwands eine Rolle für die Entscheidung von Andreas und Ute Schock. 

 

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