Viele Früchte und doch kein Dank:

Birnbäume auf dem Gehweg sorgen für mächtigen Ärger

Jetzt ist die Sache ganz weit oben angebunden. Sozusagen bei der Krone, oder besser bei dem Crone. Die Birnen in der Seestraße haben auch Hausfassaden beschmutzt. Nun hat Matthias Crone, der Bürgerbeauftragte des Landes, die Sache auf den Tisch. Ob die Bürgerbeschwerde bei ihm gefruchtet hat?

So sah es in der Seestraße aus, als die Birnen von den Bäumen geschüttelt waren. Bei der Aktion sind auch Hausfassaden beschädigt worden.
Silvia Ott So sah es in der Seestraße aus, als die Birnen von den Bäumen geschüttelt waren. Bei der Aktion sind auch Hausfassaden beschädigt worden.

In der unendliche Geschichte um die Birnbäume in der Neustrelitzer Seestraße ist ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Bürgerbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern ist aktiviert. Ein Petent,wie das im offiziellen Sprachgebrauch heißt, schrieb einen Brief. Der Mann hat also ein Anliegen und er ist sogar auch ein Anlieger. Er wohnt in der Seestraße. Der Nordkurier hat mit ihm gesprochen, seinen Namen möchte der Bürger aber nicht in der Zeitung lesen. Er will die Sache nicht so heiß kochen, sagt er. Wobei kochen lassen sich die Birnen ja vielleicht noch, doch sie sollen ja ungenießbar sein.

Aber im Ernst. Den meisten Anwohnern ist längst der Spaß vergangen. Ihre  Neustrelitzer Seestraße könnte eine tolle Straße sein. Eine mit touristischer Bedeutung noch dazu. Sie verbindet den Markt mit dem Zierker See. Die meisten Häuser in der Straße sind hübsch saniert. Aber da sind die nicht fruchtenden Birnbäume. Die sehen hübsch aus, „werfen“ aber regelmäßig im Herbst. Genau das sorgt schon lange für Verwerfungen: Die Stadt hat Birnbäume gepflanzt, das sollte eine fruchtlose Sache sein. Doch welch ein Wunder, die Empfängnisbereitschaft der Blütenträger wurde falsch eingeschätzt. Eines Tages fruchtete es doch.

Dieses Obst wünscht sich keiner: gärig und matschig

Und was reif ist, fällt vom Baum und nervt Anwohner und Passanten mit der braunen matschigen Masse, mit einem gärigen Geruch und mit Fruchtfliegen und Wespen. Im Herbst nun der bisherige Höhepunkt: Silvia Ott, die ebenfalls in der Straße wohnt, zeigt Fotos. Mitarbeiter des Regiehofes hätten die Bäume  geschüttelt. Dabei flogen einige der Früchte  bis an die Hauswände. Dunkle Flecken, auch am Haus der Familie Ott, zeugen noch heute davon.

„Die Regiehofmitarbeiter haben uns nicht informiert, sie trafen keine Vorsichtsmaßnahmen und sie haben sich hinterher nicht gekümmert“, ärgert sich Silvia Ott über die fehlende Kommunikation mit der Stadt. Immerhin, die Hausbesitzerin hat sich im Rathaus gemeldet. Und wegen des Schadens am Haus einen Versicherungsanspruch geltend gemacht. Und der Kommunale Schadensausgleich hat auch anstandslos gezahlt, sagt die Neustrelitzerin. Aber, der nächste Herbst kommt und dann geht das Ganze vielleicht wieder los.

Nun ist die Birnenproblemvorlage beim Bürgerbeauftragten Matthias Crone möglicherweise die Krönung. Indessen ist  die Geschichte nicht zu Ende. Der Bürgerbeauftragte ließ den Beschwerdeträger wissen: Es gäbe keinen Rechtsanspruch auf nicht fruchtende Birnbäume. Das wiederum hat den Absender der Beschwerde erneut auf den Plan gerufen, wie der Mann wissen ließ. Nunmehr befindet man sich in intensivem Schriftverkehr. „Es gibt keinen Rechtsanspruch, aber die Straße sind wir verpflichtet, sauber zu machen“, moniert er. Matthias Crone selbst war für den Nordkurier am Mittwoch nicht zu erreichen.

Im Rathaus hat man von der Beschwerde auch schon Wind bekommen. „Es gibt allerdings hinsichtlich der nicht fruchtenden Birnbäume keinen neuen Sachstand“, hält Rathaussprecherin Petra Ludewig die Birne flach.  Manch Strelitzer weiß bestimmt noch, dass in der Seestraße einst Ebereschen standen. Die wurden mit der Begründung abgeholzt, dass sich an ihnen Vögel zu schaffen machten und allerlei Zeug auf die Straße fiel. Immerhin, die Zeit der Vögelei scheint vorbei zu sein. Dennoch, gefallen wird immer noch. Nur, dass daran, schwer Gefallen zu finden ist.

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