Feuer in Neustrelitz:

Brand gelöscht - Haus unbewohnbar

Die ganze Nacht hindurch kämpften mehrere Feuerwehren gegen einen Hausbrand in Neustrelitz und berichten nun von ihrem Einsatz. Alle Bewohner und ihre Haustiere sind gerettet, doch ein Mann wollte sich zunächst nicht helfen lassen.

Noch am Dienstagmorgen stieg Rauch aus dem ausgebrannten Gebäude.
Susanne Schulz Noch am Dienstagmorgen stieg Rauch aus dem ausgebrannten Gebäude. Foto: Susanne Schulz

Das war eine Nacht, die viele Neustrelitzer so schnell nicht vergessen werden: nicht die Feuerwehrleute, die stundenlang gegen die Flammen kämpften, die aus einem Haus in der Augustastraße schlugen; schon gar nicht die Bewohner, die aus dem brennenden Gebäude flüchten mussten; und auch nicht all die Passanten und Augenzeugen aus der näheren Umgebung, die das Drama unmittelbar in Bahnhofs- und Busbahnhofsnähe mit ansahen.

Um 20.18 Uhr waren die Einsatzkräfte zu einem Kellerbrand in der Augustastraße 1 informiert worden, berichtete Jörg Westphal, Pressewart der Neustrelitzer Feuerwehr. Als die Retter eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus dem Dachstuhl: Das Feuer hatte das ganze Haus erfasst. Einige Anwohner hatten sich bereits in Sicherheit bringen können; weitere wurden mit Leitern aus dem Obergeschoss gerettet.

Dramatische Szenen mit zwei Kätzchen und einem Hund

Dabei spielten sich dramatische Szenen ab, wie der 18-jährige Jan Westphal schilderte. Ein älterer Mann etwa bestand darauf, zuerst seinen Hund zu retten, weigerte sich aber, selbst das Haus zu verlassen. Erst nach langem Überreden - "eine gefühlte Ewigkeit lang", wie es der junge Feuerwehrmann empfand - ließ er sich schließlich über Steckleitern hinaushelfen.

Auch das Schicksal zweier Kätzchen sorgte im späteren Verlauf des Abends noch für Aufregung. Da der Brand sich nicht eindämmen ließ und der Dachstuhl einzustürzen drohte, drangen noch einmal Feuerwehrleute über den Balkon ins Haus vor - und kehrten zurück mit zwei panischen Miezen im Arm. Eine flüchtete erst einmal unters nächste Löschfahrzeug, von wo die Besitzerin sie dann hervorlockte.

Unterdessen ging der stundenlange Kampf gegen die Flammen weiter. "Die Schwierigkeit bestand darin, zum Brandherd vorzudringen", erklärte Jörg Westphal. Zudem hatten die Retter Probleme mit dem Wasserdruck: Zwar fehlte es nicht an Hydranten, doch da viele Abnehmer gleichzeitig viel Wasser benötigten, war entsprechend viel "Power" vonnöten.

Dienstagmorgen stieg noch Rauch auf

Im Einsatz waren außer den Löschabteilungen aus Neustrelitz, Altstrelitz, Fürstensee und Klein Trebbow auch die Feuerwehren aus Wesenberg, Mirow und Priepert sowie Rettungs- und Sanitätsdienst. Die Neubrandenburger Berufsfeuerwehr unterstützte ihre Strelitzer Kollegen mit einem Drehleiterfahrzeug; ein weiteres wurde später noch aus Fürstenberg angefordert.

Die Feuerwehrleute waren die ganze Nacht im Einsatz; noch am Dienstagmorgen stieg Rauch aus dem Dachgeschoss des Hauses. Die Schadensbilanz ist erschütternd. Eine Person musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, fünf weitere, leicht verletzte Menschen wurden vor Ort im Rettungswagen behandelt.

Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Die zwölf Bewohner des Hauses seien bei Freunden und Bekannten untergekommen, berichtet die Polizei. Die Beamten gehen von einer sechsstelligen Schadenssumme aus. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung. Am Dienstag wird sich ein Brandursachenermittler die Sache ansehen.

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