Minister bekommt Post aus Neustrelitz:

Brodkorbs Westblick bringt Theaterfreunde auf die Palme

Die finanzschwachen Bühnen im Osten des Landes vollbringen aus Sicht der Fachwelt bereits Wunder und sehen sich nun vom Kultusminister verhöhnt. Sie machen ihrem Unmut in einem offenen Brief an Matthias Brodkorb (SPD) Luft.

Theater ums Theaters: Der in Neustrelitz angesiedelte Förderverein Landestheater Mecklenburg ist sauer über jüngst angekündigte Unterstützung für die Bühnen im Westen Mecklenburg-Vorpommerns.
Stefan Sauer Theater ums Theaters: Der in Neustrelitz angesiedelte Förderverein Landestheater Mecklenburg ist sauer über jüngst angekündigte Unterstützung für die Bühnen im Westen Mecklenburg-Vorpommerns.

Mit der Entscheidung des Landes, als Gesellschafter in das Schweriner Staatstheater einzutreten und die hochdefizitäre Einrichtung mit zusätzlichen Millionen zu bedenken, hat sich Kultusminister Matthias Brodkorb (SPD) in Neustrelitz und Neubrandenburg keine Freunde gemacht. Die Bühnen im Ostteil des Landes fühlen sich schlichtweg benachteiligt. In einem offenen Brief des in Neustrelitz angesiedelten Fördervereins Landestheater Mecklenburg wird zugleich eingeschätzt, dass die „Gespräche zur Rettung einer historisch gewachsenen und zukunftsfähig zu gestaltenden Theaterlandschaft eingeschlafen sind“.

In dem vom Vereinsvorsitzenden Christoph Poland unterzeichneten Schreiben wird darauf verwiesen, dass am Theaterstandort Neubrandenburg/Neustrelitz bereits seit rund zwanzig Jahren Einsparungen, Amputationen, Kooperationen und Fusionen vorgenommen werden, die im Westen des Bundeslandes weitgehend verweigert wurden. „Völlig einseitig werden mit dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim nun erneut und überdeutlich zwei Bühnen im Westen des Landes bevorzugt“, heißt es in dem Brief weiter. Brodkorb, der stereotyp behauptet, keine Benachteiligungen zuzulassen, wird vom Förderverein gefragt, wo denn nun das weitergehende Engagement des Landes für die Bühnen in den östlichen Landesteilen bleibe. Die Fachwelt bezeichne beispielsweise die Leistungen der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz, die zuletzt bei den Festspielen im Schlossgarten Neustrelitz für Aufsehen gesorgt hatte, angesichts der dramatischen Finanzsituation als ein Wunder. „Wie Hohn muss es uns erscheinen, wenn das nicht gewürdigt, sondern stattdessen ausgeblendet wird“, schreibt der Förderverein.

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