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Brückenschlag von Mirow auf den Balkan

VonTobias LemkeDie Botschafterin aus Montenegro war auf der Schlossinsel zu Gast. Ihr Heimatland hat eine wichtige geschichtliche Verbindung nach ...

Vera Jolicic-Kuliš hat sich anlässlich ihres Besuchs ins Goldene Buch der Stadt Mirow eingetra-  gen. Bürgermeister Karlo Schmettau sowie vom Inselverein Carmen Pfeiffer, Rainer Smentek und Ulla Pape (von rechts) begleiteten die Zeremonie.  FOTO: Tobias Lemke

VonTobias Lemke

Die Botschafterin aus Montenegro war auf der Schlossinsel zu Gast. Ihr Heimatland hat eine wichtige geschichtliche Verbindung nach Mecklenburg-Strelitz.

Mirow.„Welch ein schöner Zufall“, stellte Vera Jolicic-Kuliš bei ihrem Besuch in Mirow fest. Die Botschafterin Montenegros zeigte sich gestern sichtlich erfreut, dass es fast vor der Haustür von Berlin eine so geschichtsträchtige Verbindung in ihre Heimat gibt. Denn die montenegrinische Königin Militza (1880– 1946) stammte aus dem Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. Für den Mirower Inselverein war diese Verbindung in das kleine Land auf dem Balkan Grund, den Kontakt zur Botschaft in Berlin zu suchen. Zumal Königin Militza – oder Jutta von Mecklenburg-Strelitz, wie sie vor ihrer Hochzeit hieß – neben den bekannten drei Königinnen aus dem Herzogtum ein wenig in Vergessenheit geraten war.
„Wir haben eigentlich nur nach einem Referenten gefragt, der die Geschichte Montenegros und das Land ein wenig vorstellen könnte. Dass uns nun die Botschafterin sogar persönlich besucht, damit hatten wir anfangs nie gerechnet“, erzählte Rainer Smentek vom Inselverein. Für Montenegros Botschafterin sei aber gerade das eine Herzensangelegenheit gewesen. Enge Kontakte auch auf Ebene der Länder und Städte seien ihr wichtig, sagteVera Jolicic-Kuliš, die erst vor acht Monaten zur Botschafterin ihres Landes berufen wurde und zum ersten Mal Mecklenburg-Vorpommern besuchte. „Von der historischen Verbindung Montenegros nach Mecklenburg-Strelitz habe ich auch erst durch den Anruf aus Mirow erfahren“, berichtete sie.
Christoph Poland (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestags, lobte die tolle Initiative, die der Inselverein hier starten konnte. Mit Rainer Smentek, Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP) undVera Jolicic-Kulišnahm er an einer Podiumsdiskussion teil. Vor rund 30 Zuhörern wurden das Land Montenegro und die spezielle Geschichte um Jutta von Mecklenburg-Strelitz, die nur wenige Tage im Exil den Titel als Königin führte, näher vorgestellt. Mit der Veranstaltung machte der Inselverein auch auf die Restaurierung der alten Eisförderanlage aufmerksam und sammelte für das Vorhaben weitere Spenden ein.
Bei ihrem Besuch auf der Schlossinsel schrieb sichVera Jolicic-Kulišin das Goldene Buch der Stadt Mirow ein. Für die Zukunft vereinbarte man, „die Beziehung zu stärken und weitere Kontakte herzustellen“. „Ich hoffe, dass aus der gemeinsamen Geschichte, die uns verbindet, mehr entstehen kann“, so die Montenegrinerin. Mit Blick auf die Wiedereröffnung des Schlosses sprach Mirows Bürgermeister so auch schon eine Einladung für das kommende Jahr aus.

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