Höhepunkt am Neustrelitzer Theater:

„Café Größenwahn“ reißt vom Klappsitz

Ganz in Zöllner-Familie haben Spitzenmusiker in der Residenzstadt für einen Jahresausklang gesorgt, den man nicht so schnell vergisst. Es wurde gebluest und gerockt, dass es eine Freude war. Am Ende gab es noch frohe Kunde vom Veranstalter.   

Kurz vor der Pause stand das Publikum beim "Cafe Größenwahn" zum ersten Mal.
A. Gross Kurz vor der Pause stand das Publikum beim "Cafe Größenwahn" zum ersten Mal.

Dirk Zöllner vereint in seinem „Café Größenwahn“ Künstlergrößen, die wahnsinnig gute Musik machen. Einen Tag vor Jahresende konnte sich ein begeistertes Publikum im ausverkauften Landestheater Neustrelitz davon überzeugen. Zum Finale hielt es keinen mehr auf den bei einem Rock- und Blueskonzert gewöhnungsbedürftigen Klappsitzen. Der hochkarätige Sound der 14 Sänger und Instrumentalisten ging einfach ins Blut.

Mit „Pankow“-Frontmann André Herzberg, der Ost-Blues-Legende Waldi Weiz, den Ausnahme-Gitarristen Andreas Bayless von den „Söhnen Mannheims“ und Tobias Hillig sowie dessen stimmgewaltiger Frau Steffi Breiting, die mit zwei Songs von B.B. King für Gänsehaut sorgte, war die Gästeliste exzellent besetzt. Nicht zu vergessen Zöllners 21-jährige Tochter Rubini, die unverkennbar die Begabung des Musikers, Songwriters, Komponisten und Musicaldarstellers geerbt hat und sein ganzer Stolz ist.

Mit „Alles oder nichts“ eröffneten „Die Zöllner“ in Neustrelitz ihr Café, das erstmals seit der Premiere 2011 außerhalb Berlins zu erleben war. Alles oder nichts hatte es auch für den einheimischen Musikveranstalter Rainer Grassmuck geheißen. Da der Abend ein voller Erfolg wurde, kann man den Kulturmanager nun auch beim Wort nehmen, für weitere Musikhöhepunkte in der Residenzstadt zu sorgen. „Als ich von Grassmuck angesprochen wurde, habe ich nicht so richtig daran geglaubt, denn eine solche Großproduktion ist mit viel organisatorischem Aufwand verbunden“, verriet Dirk Zöllner dem Nordkurier. „Das braucht schon eine Menge Energie und Durchsetzungsvermögen. Am Ende war alles sehr professionell, meinen größten Respekt.“ Technische Hilfe hatte Robert Hensel mit seinem Neustrelitzer „shop2rock“ geleistet.

Wie der 51-jährige Zöllner weiter erzählte, ist auf einer Küchenparty 2010 bei ihm zu Hause mit Musikerkollegen die Idee zum „Café Größenwahn“ geboren worden. Inzwischen hat es in der Berliner Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg zehn Mitschnitte mit wechselnden Bühnengästen gegeben. Und das Neustrelitzer Theater? „Na ja, unsere Musik ist nicht so was für Ehrfurcht im Sitzen, aber kurz vor der Pause hat ja alles zum ersten Mal gestanden. Wir lieben das Publikum hier.“  

Nach bewährtem Strickmuster hatten die Gastmusiker immer einen Pflichtbeitrag zu leisten, den Zöllner vorgegeben hatte, und eine Kür mit selbst gewähltem Titel. Zu den gesanglichen Höhepunkten gehörte sicherlich „Sand“ mit Steffi Breiting und Tobias Hillig, das „Kiefernlied“ mit André Herzberg und Zöllners Aufführung des Songs „Geh davon aus“ von Xavier Naidoo. Da waren die Musiker, die wie eine großen Familie herüberkamen, bereits bei den vom Publikum stürmisch erklatschten Zugaben. 

Zöllner und Grassmuck bleiben in Kontakt. Letzterer will den 30. Dezember 2014 beim Neustrelitzer Theater blocken für eine Neuauflage des „Café Größenwahn“. „Ich war emotional sehr berührt und schulde auch den Mitarbeitern des Theaters großen Dank“, so der Veranstalter, der sich an alte Konzertzeiten in einem Wuppertaler Kino erinnert fühlte.

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