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Cannabis so weit das Auge reicht

An der Kreisstraße MST 14 zwischen Fürstensee und Wokuhl sorgt ein Feld bei Touristen und Einheimischen für Aufsehen. Geht hier alles mit rechten Dingen zu?

Hanf bis zum Horizont. Ein Biobauer hegt die Pflanzen auf seinen Flächen zwischen Fürstensee und Wokuhl.
Heike Sommer Hanf bis zum Horizont. Ein Biobauer hegt die Pflanzen auf seinen Flächen zwischen Fürstensee und Wokuhl.

„Ist das nicht...?“ Ja ist es. Einen knappen Meter hoch wächst der Hanf entlang der Kreistraße MST 14 zwischen Fürstensee und Wokuhl. So mancher Auto- und Radfahrer schaut verwundert auf das Cannabis-Feld, das sich hier bis zum Horizont erstreckt – und macht einen kleinen Zwischenstopp, um sich zu vergewissern, dass er seinen Augen trauen kann. „Ja, können sie“, sagt Rudi Böhs.

Der Biobauer aus Neubrück hat hier in Kooperation mit einem Biolandwirtschaftsunternehmen aus Triepkendorf den Hanf ausgesät. Auf insgesamt 33 Hektar wachsen die Pflanzen heran – legal. Denn es handelt sich um Nutzhanf. Auch wenn die Pflanzen für den Laien kaum zu unterscheiden sind, von jenen, deren weibliche Blütenköpfe als Marihuana oder Haschisch als Rauschmittel konsumiert werden.

Felder werden auch per Satellit überprüft

Der große Unterschied liegt im THC-Gehalt. THC steht für Tetrahydrocannabinol und ist der hauptsächlich rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze. „Beim Nutzhanf darf er 0,2 Prozent nicht überschreiten. Da achten die Behörden schon drauf“, sagt Böhs. Mindestens drei Mal kommen die Kontrolleure der Bundesanstalt für für Landwirtschaft und Ernährung, um sicherzustellen, dass alles seine Ordnung hat. „Hanffelder werden auch per Satellit überprüft“, sagt Rudi Böhs. Schließlich könnte jemand den legalen Hanfanbau nutzen, um Marihuanapflanzen unterzumogeln.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Bauer Hanf anbaut. „Ich habe einige Jahre Faserhanf angebaut, aber das ist nun schon zehn Jahre her”, sagt Böhs. Diesmal wächst auf seinen Flächen Hanf zur Ölgewinnung heran.