Freigiebige Unterstützer gesucht:

Das Hospiz steckt in Geldnöten

Das Neustrelitzer Hospiz schlägt Alarm. Die Einrichtung ist auf Spenden angewiesen. Genau genommen müssen rund 70 000 Euro im Jahr über diesen Weg fließen. In der Region ist das fast nicht machbar. Und dennoch sollen hier Sterbenskranke ihre letzten Tage in Würde verbringen können - kostenlos.

Rund 70 000 Euro werden im Neustrelitzer Hospiz gebraucht, die durch Spenden eingefordert werden. Das gestaltet sich schwierig.
Caroline Kern Rund 70 000 Euro werden im Neustrelitzer Hospiz gebraucht, die durch Spenden eingefordert werden. Das gestaltet sich schwierig.

Übers Sterben spricht niemand gern. Doch Yvonne Neumann und Yvonne Bendrich machen dies aus Berufung. Sie arbeiten im Neustrelitzer Hospiz und werben für die Sache. "Zehn Prozent der anfallenden Kosten müssen wir selbst finanzieren", macht Pflegedienstleiterin Yvonne Neumann die Schwierigkeiten deutlich. Sie hat eine Einladung von Neustrelitz' Bürgermeister Andreas Grund angenommen und vermittelt ihr Anliegen dem Sozialausschuss der Stadt. Rund 70 000 Euro benötigt das Hospiz im Jahr, um ihren Anteil an der Finanzierung der Herberge zu leisten. Geld, das zumeist aus Spenden fließen muss. Ein schweres Unterfangen in der Region, machen die beiden Frauen deutlich.

Schwierig, um Spenden zu bitten

15 Mitarbeiter und fünf ehrenamtliche Helfer sorgen in der Einrichtung dafür, dass sterbenskranke Menschen ihre letzten Tage, Wochen oder manchmal auch bis zu einem Jahr in Würde in Neustrelitz verbringen können. Für die Bewohner ist dies kostenlos. Finanziert wird das Hospiz hauptsächlich durch die Krankenkassen und Pflegekassen. 600 000 bis 700 000 Euro Gesamtkosten fallen pro Jahr an. Allerdings ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Träger der Einrichtung dazu verpflichtet, zehn Prozent der anfallenden Kosten selbst zu finanzieren. Und genau da steckt die Schwierigkeit. Gerade weil niemand gern über den Tod spricht, ist es nicht leicht, Spendengelder einzufordern, machen die beiden Frauen deutlich. Damit allein sei zudem noch kein Luxus in dem Haus gleich hinterm Krankenhaus möglich. Nur um die  Zimmer zu malern, sei das Hospiz auf Hilfe angewiesen. "Malerfirmen haben uns die Renovierung von drei Zimmern spendiert", betont Sozialarbeiterin Yvonne Bendrich. Doch weitere sieben Zimmer haben noch immer einen braunen Teppich und weiße Tapeten. "Alles was bei uns ein bisschen nach Luxus aussieht, ist nur durch Spenden möglich geworden", verdeutlichen sie die Situation. Das fange bei der Hollywoodschaukel auf der Terrasse an und höre bei den Tapeten immer noch nicht auf.

Auch ehrenamtliche Helfer werden gebraucht

Doch die Finanzen sind nicht das Problem allein. Auch Unterstützung ist immer wieder gefragt. Derzeit arbeiten Krankenschwestern, Altenpfleger und Helfer und ein Auszubildender in der Einrichtung. Fünf ehrenamtliche Helfer gibt es, wissen die Frauen zu schätzen. "Wir könnten noch mal so viele gebrauchen."

Dabei wird im Neustrelitzer Hospiz für die Bewohner alles möglich gemacht, was irgendwie geht. Pflege und Betreuung für die Sterbenden sind rund um die Uhr abgesichert. Tiere dürfen mit ins Haus. Von Hund bis Papagei ist schon alles vertreten gewesen. Gäste dürfen zu jeder Zeit kommen. In jedem Zimmer gibt es zudem ein Gästebett. Doch den Mitarbeitern gehen nun langsam die Ideen aus, um an Spendengelder zu kommen. Deshalb senden sie einen Hilferuf an die Mitglieder des Sozialausschusses, für die Sache zu werben, aber auch an Unternehmen in der Region, das Vorhaben nach ihren Möglichkeiten finanziell zu unterstützen. Die Stadt selbst hat keine Möglichkeiten der Förderung. Doch die Mitglieder des Sozialausschuss waren sich einig, dass für die Sache geworben werden muss. 100 bis 115 Bewohner im Jahr verbringen ihre letzten Tage im Neustrelitzer Hospiz. Dabei handelt es sich ausschließlich um sterbenskranke Menschen, die keine Aussicht auf Heilung haben, aber ein Recht, in Würde zu sterben.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung