Asyl für Samtpfoten:

Das Katzenhaus

Falsch verstandene Tierliebe oder bewundernswerter Enthusiasmus? Ein Gehöft in Göhren ist zur Katzenpension geworden. Die Besitzern wissen aber nicht mehr, wie es weitergehen soll.

Dieter Seidel mit dreien seiner 17 Katzen. Foto: Susanne Böhm
Dieter Seidel mit dreien seiner 17 Katzen. Foto: Susanne Böhm

Dieter und Monika Seidel haben ein Tierheim wider Willen. Irgendetwas an dem Ehepaar oder an seinem Gehöft zieht heimatlose Katzen wie magisch an. Ständig suchen neue Samtpfoten Asyl auf dem abseits von Göhren gelegenen Grundstück. Zur Zeit leben 17 Katzen und Kater im Haus und auf dem Grundstück - viel zu viele, finden die Rentner. Das Katzenrudel droht den beiden über den Kopf zu wachsen. Wie sie die Schar verkleinern sollen, wissen sie nicht. Beide bringen es nicht übers Herz, die Tiere zu vertreiben. Stets sind sie bemüht, Katzen in gute Hände zu vermitteln. Bis nach Berlin haben sie schon Jungtiere gefahren. Doch für jede, die verschwindet, taucht mindestens eine neue auf. 

Ein Teil des Problems ist allerdings hausgemacht, das ist Dieter Seidel bewusst. Weil zwei seiner Katzen nicht kastriert sind, haben sie vor ein paar Wochen Junge zur Welt gebracht - zehn Katzenwelpen, für die auch wieder ein neues Zuhause gefunden werden muss. "Die Kastration kostet jedes Mal 90 Euro, das können wir uns nicht leisten." Eine Teufelskreis, der durchbrochen werden muss, das ist Dieter und Monika Seidel klar. Wie das aber gelingen soll, da ist guter Rat teuer. "Wir haben in allen Tierheimen und Katzenhäusern angefragt - die sind alle überfüllt, nehmen keine Katzen auf. Bei Tierschutzverbänden haben wir um Rat gefragt, aber die wissen auch keinen."