Ausgebuddelt:

Daten-Autobahn macht um Grünow einen Bogen

Wenn in der Gemeinde schon Gräben ausgehoben werden, dann sollten zugleich Leerrohre verlegt werden, um rasch an die Datenautobahn angeschlossen zu werden. So wollten es die Grünower. Doch es kam anders.

Auch im Ortsteil Ollendorf wird es keine Leerrohre für Glasfaserkabel geben.
Heike Sommer + Monika Strehlow/NK-Bildmontage Auch im Ortsteil Ollendorf wird es keine Leerrohre für Glasfaserkabel geben.

Dafür wäre ihnen das Geld nicht zu schade gewesen. Doch so schnell, wie der Energieversorger die Gräben im Ortsteil Ollendorf für die Erdkabel gebuddelt hatte, so schnell waren sie auch wieder zugeschüttet worden. Ohne ein Leerrohr für Glasfaserkabel zur Breitbandversorgung darin zu verlegen. „Das hat uns schon sehr verwundert“, sagt Bürgermeister Wolfgang Nadolny. Zumal der Amtsausschuss genau das beschlossen habe: „Wenn der Stromversorger die Überlandleitungen unter die Erde bringt, dann lassen wir zeitgleich Leerrohre einbringen“, so lautete damals das Ansinnen.

Die Gemeinde hätte sich daran finanziell beteiligt. „Denn es wäre ja Unsinn, zweimal Geld für das Aufbuddeln auszugeben“, sagt der Bürgermeister. Dieser Logik folgte der Stromanbieter nicht. Sehr zum Unmut der Gemeindevertreter. Die nun wissen wollen, was  da  schiefgelaufen ist. „Mit diesem Problem sehen wir uns schon seit Jahren konfrontiert“, sagt Amtsleiter Arnold Krüger. Jeder Versorger bestehe darauf, seine Leitung selber zu verlegen. Aus Furcht, ein anderer Mitnutzer könnte die Leitung beschädigen oder umgekehrt man beschädigt dessen Leitung. Das Amt habe sich an die Neustrelitzer Stadtwerke gewandt, als Breitbandanbieter hier vorsorglich eine Leerrohr zu verlegen. Das wurde abgelehnt, weil nicht sicher gestellt werden könne, dass die Stadtwerke dann auch tatsächlich als Anbieter in Frage kommen.

Ähnlich reagierten andere Anbieter, wenn sie überhaupt reagierten. Denn die dünne Besiedlung macht es für sie unattraktiv, hier aktiv zu werden. Sicher hätte man vielleicht auf eigene Kosten Leerrohre einbringen lassen können, aber keiner könne einem die Gewissheit geben, dass diese Leitungen dann auch von den Anbietern genutzt werden. „Wir kennen dieses Theater seit Anfang der 1990er-Jahre. Da führt kaum ein Weg rein. Jeder buddelt seinen eigenen Graben“, sagt Krüger. Die Gemeinden im Amt Neustrelitz Land – dazu gehört auch Grünow mit seinem Ortsteil Ollendorf – profitieren nicht vom Förderprogramm zum Ausbau der Datenautobahn auf dem flachen Land.

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