Gartenfeuer sorgen für Unmut:

Des Gärtners Lust ist schnell des Nachbarn Frust

Den ganzen Oktober über werden in der Mecklenburgischen Seenplatte Gartenabfälle verbrannt. Nicht jeder hat Verständnis für die Rauchzeichen über den Gärten. Dabei gibt es durchaus andere Möglichkeiten, seine Pflanzenreste zu entsorgen.

Qualmwolke über Stolpe: In diesem Monat schwelen fast überall in der Mecklenburgischen Seenplatte die Gartenfeuer. Manchmal wird das Verbrennen von Pflanzenresten zum Ärgernis.
Susanne Böhm Qualmwolke über Stolpe: In diesem Monat schwelen fast überall in der Mecklenburgischen Seenplatte die Gartenfeuer. Manchmal wird das Verbrennen von Pflanzenresten zum Ärgernis.

Eine Rauchglocke hängt über Stolpe, dicke Schwaden ziehen durch die Useriner Straße in Neustrelitz, in Qualm gehüllt ist die Ortsdurchfahrt in Usadel: Seit vier Tagen schwelen in der Mecklenburgischen Seenplatte wieder die Gartenfeuer. Das Verbrennen von Pflanzenabfällen ist im Oktober in fast allen Städten und Gemeinden im Landkreis erlaubt. Viele Gärtner nutzen die Möglichkeit, um ihre Pflanzenreste zu beseitigen. Doch des Gärtners Lust ist oft des Nachbarn Frust. Herbst für Herbst häufen sich in den Ordnungsämtern der Region die Beschwerden.

„Rauchzeichen über den Tipis“, meldet Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) aus Woldegk. Vor allem in den Kleingartenanlagen in der Windmühlenstadt würden nach Herzenslust die Feuer geschürt – wie jedes Jahr. Und auch wie jedes Jahr „geht es wieder los, dass sich die Leute gestört fühlen“, sagt der Bürgermeister. „Ich bin schon wieder darauf angesprochen worden und kann nur an die Vernunft eines jeden appellieren, dass er nicht die Windrichtung zum Nachbarn nutzt.“

Besonders sensibel ist in der Urlauberregion Feldberger Seenlandschaft mit den Lagerfeuern umzugehen, betont Feldbergs Ordnungsamtsleiter Reiner Stöhring. „Rücksichtnahme sollte gerade in unserer Feriengegend, speziell im direkten Umfeld der Klinik am Haussee, verinnerlicht werden.“ Aber generell solle jeder seine Mitmenschen schonen. „Niemand möchte, dass seine Wäsche oder sein Haus verräuchert werden.“ 

Auch in Neustrelitz kommt es laut Stadtsprecherin Petra Ludewig „immer wieder vor, dass die Nachbarn sich von Gartenfeuern belästigt fühlen“. „Wir gehen jeder Beschwerde nach.“  Generell sei das Verbrennen der Gartenabfälle „der letzte Schritt“. Jeder Gärtner ist aufgefordert, nach Möglichkeit andere Wege zu nutzen. Was sich nicht kompostieren lässt, kann auf den Annahmehöfen abgeladen werden, die es zum Beispiel bei Woldegk, Wesenberg, Möllenbeck, Burg Stargard und in Neustrelitz gibt. Ein zusätzliches Angebot unterbreiten die Stadt Neustrelitz und die Stadtwirtschaftliche Dienstleistung Mecklenburg mbH (SDL) am Sonnabend, dem 26. Oktober. Am Vormittag können auf dem SDL-Gelände am Bahndamm in Neustrelitz Grünabfälle kostenlos abgeliefert werden.

In der Stadt Neubrandenburg ist das Verbrennen von Abfällen generell verboten. Dort fährt ein mobiler Schredder durch die Gartenanlagen. Alle anderen Ordnungsämter erinnern daran, dass ausschließlich Pflanzenreste verbrannt werden dürfen - nicht etwa Autoreifen, Dachpappe oder Benzinkanister.

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