Superfang:

Diese Frau zieht kapitale Burschen an Land

Sich einen tollen Hecht zu angeln, darauf warten manche ein Leben lang. Bettina Lesak brauchte gerade mal fünf Minuten.

Bettina Lesak fährt gern auf den See und holt da kapitale Burschen wie diesen aus dem Wasser.
Lesak Bettina Lesak fährt gern auf den See und holt da kapitale Burschen wie diesen aus dem Wasser.

Seine Gier wurde ihm zum Verhängnis. Als Bettina Lesak ihre Angel mit dem Köderfisch im Käblicksee auswarf, ahnte sie nicht, dass sie sich schon eine Minute später einen heftigen Kampf mit einem gefräßigen Räuber liefern würde. Ein kapitaler Hecht hatte nach dem Köder geschnappt.

„Die Rute bog sich so heftig, dass ich Angst hatte, sie zerbricht mir“, schildert die 62-Jährige. Seit 20 Jahren frönt die gebürtige Dresdnerin ihrem Hobby – der  Angelei. In dieser Zeit hat sie genügend Lehrgeld gezahlt, um sich nun nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. „Allein im Kahn. Das ist gar nicht so einfach“, sagt sie.

Nach fünf Minuten hatte sie den Fisch müde  gespielt und in den Kescher gezogen. Der Griff brach unter der Last. 7,5 Kilo wog Bettina Lesaks Fang. Und da er „nur“ 98 Zentimeter maß, würde sie den Hecht nicht als kapitalen Fang bezeichnen, meint sie augenzwinkernd. „Es fehlen zwei Zentimeter.“  Seit 20 Jahren lebt Bettina Lesak in Krienke. Den See vor der Tür liegt es für sie nahe, fast täglich zu angeln. „Jetzt ist die beste Zeit, da sind noch nicht so viel Urlauber unterwegs“, sagt  sie.

Vor allem der Ruhe wegen zieht es sie aufs Wasser. Es wurmt sie nicht, wenn sie mal keinen Fisch fängt. Dabei gehört sie zu jener Sorte Anglern, die Fisch auch tatsächlich gerne essen. „Am liebsten gebraten. Barsch, Zander und Hecht sind meine Favoriten.  Fisch esse ich am liebsten pur. Bei mir gibt es keine Beilage.“ Ihren kapitalen Fang hat sie bereits zu Filet verarbeitet. „Da wird die ganze Familie mit versorgt. Auch die Nachbarn  bekommen etwas.“ Im Garten steht ein selbst gebauter Räucherofen. Regelmäßig feuert sie das Teil an, hängt Fisch in den Rauch. Seit vielen Jahren gehört sie dem Angelverein Granzin an. „Angeln ist ein Männer-Hobby. Im Verein sind wir gerade mal drei Frauen.“ Im vorigen Jahr war sie mit vier Männern zum Angeln in Norwegen. „Die waren so ehrgeizig, haben von morgens bis abends geangelt. Da bin ich entspannter“, sagt sie. Auch beim Anglerlatein-Spinnen gibt sie sich weniger Mühe als ihre männlichen Mitstreiter. Findet sie.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung