Noch mehr Stellplätze und dazu kostenlos:

Diese Stadt tut alles für parkende Autos

So schnell wie möglich sollen an der Strelitzer Chaussee mehr als 50 Parkplätze entstehen und die dürfen künftig von den Autofahrern kostenlos und unbegrenzt genutzt werden. Kein Einzelfall in der Stadt.

Die Parkfläche gegenüber dem Rummelplatz ist nur provisorisch hergerichtet. Wenn es regnet kommt man hier nicht trockenen Fußes vom Platz. Das soll sich ändern. Foto: H. Sommer
Heike Sommer Die Parkfläche gegenüber dem Rummelplatz ist nur provisorisch hergerichtet. Wenn es regnet kommt man hier nicht trockenen Fußes vom Platz. Das soll sich ändern. Foto: H. Sommer

Der hintere Teil ist komplett abgesperrt. Wenn es regnet, dann kommt man trockenen Fußes kaum vom Platz. Mit dem Prädikat städtebaulicher Missstand versehen, präsentiert sich so der wilde Parkplatz an der Strelitzer Chaussee gegenüber dem Rummelplatz in Neustrelitz. Noch. Denn die Stadt will Abhilfe schaffen. Läuft alles nach Plan, dann sollen auf jener Fläche bereits im Juli die Bauarbeiten beginnen. Wenn diese abgeschlossen sind, stehen Autofahrern genau 53 mit Betonsteinpflaster befestigte Stellflächen zur Verfügung, einer davon ist Behinderten vorbehalten.

"Die Parkdauer wird zeitlich nicht begrenzt sein und auch Parkgebühren werden hier künftig nicht anfallen", heißt es aus der Verwaltung. Rund 180 000 Euro lässt sich die Stadt das kosten. "Der Parkplatz ist dringend nötig", betont Stadtsprecherin Petra Ludewig. Hauptsächlich Berufspendler werden diesen Platz nutzen. Der Bahnhof ist von dort aus schnell zu erreichen. Von der Strelitzer Chaussee bis zum Bahnhofsvorplatz wurde im vergangenen Jahr ein kombinierter Rad- und Gehweg angelegt. Eine Ab­kürzung auch für all jene, die am Rummelplatz parken, weil am Bahnhof oft die Plätze nicht ausreichen. Dort stehen nach dem Umbau des Vorplatzes 2014 etwa 90 Parkplätze zur Verfügung.

Neustrelitz übt Verzicht

Das Parkproblem am Bahnhof dürfte sich mit dieser Investition entspannen. Gibt es woanders genug Plätze für den fahrbaren Untersatz? Auffallend viele Parkmöglichkeiten sind vorhanden, die teilweise sogar kostenfrei zur Verfügung stehen. Auf genau 553 Stellflächen auf ihren offiziellen Parkplätzen kommt die Stadt und dabei sind jene entlang der Straßen noch nicht mitgezählt. Am Hafen beispielsweise kann das Auto unbegrenzt und ohne Gebühren geparkt werden. Auf den Plätzen in der Bruchstraße und auf dem Venusberg ist dies für vier Stunden ebenfalls der Fall. Die Entfernungen von dort zum Zentrum sind ein Katzensprung, heißt es aus dem Rathaus. Nähert sich der Autofahrer dem Zentrum, ist es immer noch möglich, zeitlich begrenzt in der Schlossstraße oder auch in der Elisabethstraße zu parken. Doch warum verzichtet Neustrelitz, wo andere Städte oft mächtig zulangen?

Als einen gastfreundlichen Service für die Besucher sieht die Stadt ihr Handeln. Je näher man dem Zentrum kommt, muss auch häufiger fürs Parken ins Portmonee gegriffen werden. "Wir haben aber kein Parkplatzproblem in der Innenstadt", so Petra Ludewig. Auf dem Markt muss gezahlt werden. Ein Euro kostet die Stunde. Doch hier hat Neustrelitz mit der sogenannten Brötchentaste eine weitere Besonderheit aufzuweisen. Die Möglichkeit, für 15 Minuten kostenlos auf dem Markt zu parken, eben um beispielsweise Brötchen zu holen, gibt es im benachbarten Waren und auch in Neubrandenburg in dieser Form nicht. Die Neustrelitzer haben dies bereits 2006 mit einem Beschluss der Stadtvertreter möglich gemacht.