Rätsel noch immer nicht gelöst:

Durfte die Göttin ausnahmsweise in den Westen?

Viktoria macht Schlagzeilen. Denn auf die Frage, wohin die Siegesgöttin auf einem Tieflader in den 70er-Jahren unterwegs war, gibt es unterschiedliche Angaben. Die Neustrelitzer helfen bei der Aufklärung der mysteriösen Geschichte. Aber welche Variante ist denn nun die richtige?

Die Göttin im Neustrelitzer Schlosspark.
Caroline Kern Die Göttin im Neustrelitzer Schlosspark.

Viktoria von Leuthen kennt wohl jeder Neustrelitzer. Die Siegesgöttin steht als Zinkgussfigur auf der Hauptachse des Schlossgartens. Nun hat ein Greifswalder aufgeräumt, dabei Fotos von genau jener Göttin gefunden und diese dem Nordkurier zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind in den 1970er-Jahren auf der damaligen Fernverkehrsstraße 96 entstanden und zeigen die Göttin auf einem Tieflader. Wohin ihre Reise ging oder woher sie kam, wusste der Greifswalder nicht mehr. Auf jeden Fall fiel der Name Neustrelitz.

Nachdem der Nordkurier über die interessante Post aus Greifswald berichtet hatte, gab es gleich mehrere Zuschriften und Anrufe. Doch nicht alle sind einer Meinung. So heißt es unter anderem von Jürgen Haase, Vorsitzender des Residenzschlossvereins, dass Viktoria in den 1970er- Jahren wohl sanierungsbedürftig war und eine Generalüberholung nötig hatte. Sie wurde zu dem Zeitpunkt in einer Stralsunder Metallrestauratorenwerkstatt auf Vordermann gebracht.

Als der Greifswalder sie fotografierte, war Viktoria vermutlich auf dem Rückweg. Jürgen Haase erinnert in diesem Zusammenhang noch einmal daran,  dass es sich bei der Neustrelitzer Viktoria nicht schlechthin um eine Kopie, sondern um einen weiteren Abguss von der Original-Form handelt. Die hat Christian Daniel Rauch geschaffen und original signiert. Die Stadt Neustrelitz war damals Auftraggeber und das Landesdenkmalamt hat die Aktion begleitet.

Haben die Oldenburger die Göttin ausgeliehen?

Claus Rusch aus Neustrelitz weiß eine ganz andere Geschichte zu berichten. Die führt nämlich in den Westen. In Oldenburg soll es ebenfalls einmal eine bronzene Viktoria gegeben haben. Die wurde aber im Jahr 1943 eingeschmolzen, weiß der Leser. Die Oldenburger hätten sehr gern ihre Göttin wiedergehabt und baten deshalb darum, sich die Neustrelitzerin für einen Abguss auszuleihen. Wo das stattfinden sollte, weiß Claus Rusch nicht mehr. Er vermutet, dass es in alten Beiträgen in der Freien Erde dazu Informationen gegeben haben könnte. Ob Viktoria aus Neustrelitz tatsächlich zu DDR-Zeiten per Tieflader in den Westen reisen durfte?

Wir suchen weiter nach der Lösung. Warum war Viktoria in den 1970er-Jahren auf Reisen? Schreiben Sie uns an red-neustrelitz@nordkurier.de oder rufen Sie an unter der Telefonnummer 03981 288314.

 

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