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Edle Tiere wieder an ihrem Platz

VonSusanne SchulzFrisch saniert in einer Thüringer Werkstatt,kehrt das Hirschportaldieser Tage auf den Schlossberg zurück.Neustrelitz.Mit stolzem Blick ...

„Das ist doch mal ’n Schlüssel!“ Kunstschmied Ralf Gerhardt hat Freude an den historiengetreuen Stück.  FOTOs: Susanne Schulz

VonSusanne Schulz

Frisch saniert in einer Thüringer Werkstatt,
kehrt das Hirschportal
dieser Tage auf den Schlossberg zurück.

Neustrelitz.Mit stolzem Blick thronen sie nun wieder auf ihrem Portal, die bronzenen Tierskulpturen, denen das Hirschtor auf dem Neustrelitzer Schlossberg seinen Namen verdankt. In der Thüringer Kunstschmiedewerkstatt Gerhardt sind sie ebenso wie die fast 190 Jahre alten Torflügel in den vergangenen Monaten restauriert worden.
Wobei die Hirsche selbst noch von recht guter Substanz waren, wie Firmenchef Ralf Gerhardt berichtet: „Es waren ein paar Risse, Poren und Fehlstellen auszubessern, und natürlich haben wir die Oberfläche überarbeitet.“ An den sechs Torflügeln wareiniges mehr zu tun: Ursprünglich jeweils aus einem Stück gearbeitet, waren sie zwischenzeitlich zerlegt und neu verschweißt worden.Diese Nähte sind nun bereinigt; außerdem bekommen die Tore historische Mittelspitzen und Schlösser zurück. Überdies sind Rollen montiert, damit die – 1971zugeschweißten – Flügel wieder geöffnet werden können.
Als unschätzbar erweisen sich für die Restauratoren, die ihre Kunst auch schon in Erfurt, Potsdam und in Frankfurt am Main zurEntfal- tung brachten, die Hinweise kundige Neustrelitzer. Leute, die als Kinder auf dem Hirschtor herumgeklettert waren und daher um manches von unten unsichtbare Detail wussten; ein ehemaliger Mitarbeiter der Metallbaufirma, die vor nahezu 50 Jahren die Tore instand setzte; Sammler, die alte Bilder und Dokumente zur Verfügung stellten – sie alle trugen dazu bei, „das Puzzle zu vervollständigen“, freut sich Ralf Gerhardt. Dass die Strelitzer so engagiert „mitmachten“ bei der Sanierung des Hirschtors, betrachtet er als ein Geschenk.
„Dies ist eine Baustelle, die von Anfang bis Ende Spaß machte“, stellt er fest. Von der Größenordnung her ein mittlerer Auftrag für die Thüringer Werkstatt, war es zugleich einer der schönsten, bekundet Gerhardt: „Hier konnten wir unser ganzes Repertoire einsetzen.“
Keine Frage, dass die Rückkehr der Hirsche auch schon von vielen Passanten undSpaziergängern bemerkt wurde. Und immer mit Wiedersehensfreude, wie die Restauratoren während ihrer Millimeterarbeit feststellen. Bis morgen soll das Hirschportal fertig montiert sein, am 11. Juni soll gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) die Bauabnahme vollzogen werden.

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susanne.schulz@nordkurier.de