Umzug in die Türkei:

Ein ganzes Kraftwerk verschwindet von der Bildfläche

Das komplette Feldberger Heizkraftwerk wurde demontiert. Fast jedenfalls. Im Gewerbegebiet bleiben noch ein paar Gebäudeteile stehen, die nicht Bestandteil des Verkaufs waren. Die Monteure starten derweil mit Phase zwei in der Türkei: dem Wiederaufbau.

So sieht es aktuell auf dem Gelände aus. Ein paar Aufräumarbeiten stehen noch an.
Foto: Tobias Lemke So sieht es aktuell auf dem Gelände aus. Ein paar Aufräumarbeiten stehen noch an.

Der Baulärm auf dem Kraftwerks-Gelände in Feldberg ist verstummt. „Wir räumen nur noch ein bisschen auf und müssen Bauschutt entsorgen“, erklärt Kadir Arslan, Chef der ARK Paper GmbH aus Mainz. Seine Firma hat den Verkauf der Feldberger Industrieanlage in die Türkei vermittelt und die anschließende Demontage betreut.

Und dieser Abbau ist nun abgeschlossen. Seit etwa zwei Wochen ist der große Kran wieder verschwunden und der letzte Container in Richtung Seehafen hat das Gelände ebenfalls schon verlassen. „Alles ist glatt über die Bühne gegangen“, sagt Arslan. Abgeschlossen ist für ihn das Projekt Kraftwerks-Umzug indessen aber noch nicht. In der Türkei organisiert er nun den Wiederaufbau der Anlage. Die Arbeiten dazu haben bereits begonnen, sagt der Ingenieur.

Noch müssen Container losgeschickt werden

Von insgesamt 104 beladenen Containern sind dabei aber erst 75 in dem Land angekommen. Der Rest der Kraftwerks-Einzelteile gehe dieser Tage auf große Reise.

Ein großer Knackpunkt beim Zerlegen der Anlage war der Ausbau des Kessels. Das rund 60 Tonnen schwere Teil mussten die Monteure am Stück herausheben und verladen. Per Schwerlasttransport sei der Kessel dann zum Hafen ins belgische Antwerpen abtransportiert worden, erklärt Arslan. Alle Einzelteile wurden akribisch nummeriert, damit die komplexe Anlage in der Türkei nach einem Baukastensystem zusammengesetzt werden kann.

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