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Ein Herz für Flüchtlinge - und ein Haus

In Mirow werden bald vier neue Familien leben - Flüchtlinge aus Krisengebieten irgendwo auf der Welt. Sie ziehen in ein hübsches Haus in guter Wohnlage. Das hat ihr neuer Vermieter extra für sie gekauft.

Fred Westphal vor dem Haus in Mirow, das er vor ein paar Monaten gekauft hat. Zur Zeit wird das Gebäude renoviert. Bald ziehen vier Flüchtlings-Familien ein.
Susanne Böhm Fred Westphal vor dem Haus in Mirow, das er vor ein paar Monaten gekauft hat. Zur Zeit wird das Gebäude renoviert. Bald ziehen vier Flüchtlings-Familien ein.

In Mirow werden Flüchtlinge besonders herzlich empfangen. Frank und Susanne Westphal haben ein Haus gekauft, in dem sie vier Asylbewerber-Familien aufnehmen wollen.In guter Lage, im Hinterhof gibt es einen Grillplatz und Sitzecken, bis zum Stadtzentrum sind es nur ein paar hundert Meter, bis zum See auch. Die Asylsuchenden sollen sich in seinem Haus wohl fühlen, das ist Frank Westphal wichtig. Zur Zeit lassen er und seine Frau das Gebäude renovieren, voraussichtlich im Juni sollen die Neuankömmlinge einziehen.

Die Idee, ein Haus für Heimatvertriebene einzurichten, geht dem Rheinsberger schon lange durch den Kopf. Seine Tochter brachte eine andere Kultur in die Familie, indem sie einen Marokkaner heiratete und glücklich mit ihm lebt. "Durch meinen Schwiegersohn hat sich meine Einstellung geändert. Er ist Moslem, kommt von einem anderen Kontinent, aber ich habe festgestellt, dass Menschen aus diesen Kulturkreisen gar nicht so anders sind, als wir." Die Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer erschüttern ihn. "Als ich dann gehört habe, dass dieses Haus verkauft wird, dachte ich sofort, das ist ideal für Asylbewerber."

Jedes Problem lässt sich lösen

Dann begann eine Tippeltappeltour durch Behörden. "Ich musste erst einmal herausfinden, welche Behörde überhaupt zuständig ist, habe viel herumtelefoniert." Dann ging alles seinen Gang. "Eine Mitarbeiterin aus dem Amt hat das Haus besichtigt und war ganz begeistert." Jetzt bezahlt das Land die Miete, die Renovierung übernehmen Fred Westphal und seine Frau, die Nachbarn sind informiert, alles ist geregelt. Die Asylbewerber können kommen.

Fred Westphal möchte nicht einfach nur Vermieter sein, sondern Vermittler zwischen den Kulturen, Ansprechpartner und Helfer. "Ich werde regelmäßig hier sein, mit den Leuten sprechen, sie unterstützen, wenn es nötig ist." Und dann schwebt dem 53-Jährigen noch etwas ganz Besonderes vor: "Vielleicht gelingt es mir, gemeinsame Kochabende mit den Asylbewerbern und Einwohnern von Mirow zu organisieren. Dann könnten die Flüchtlinge Kontakte knüpfen, Deutsch lernen, sich integrieren."

Doch nicht jeder sieht den Fremden so positiv entgegen, wie Fred Westphal. Er macht keinen Hehl daraus, dass es aus der Nachbarschaft auch Gegenwind gibt. "Ich habe allen Nachbarn gesagt, sie mögen sich sofort an mich wenden, falls es irgendwelche Schwierigkeiten gibt. Jedes Problem lässt sich aus der Welt schaffen." Von den Mirowern erhofft er sich, dass sie die Zugewanderten aufgeschlossen begegnen.