Ehre, wem Ehre gebührt, sagten sich die Mirower:

Ein Kaninchen steht nun im Goldenen Buch

Gerda Krumm hat sich ins Ehrenbuch der Stadt Mirow eingeschrieben. Dabei beließ sie es keineswegs bei ihrer Unterschrift, sondern hinterlässt der Nachwelt Sinnsprüche, eine eigene Botschaft und einen ganz  besonderen Abdruck.

Dieses und drei weitere Kaninchen haben ihrer Züchterin Gerda Krumm zu einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Mirow verholfen.
Susanne Böhm Dieses und drei weitere Kaninchen haben ihrer Züchterin Gerda Krumm zu einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Mirow verholfen.

Wenn künftige Generationen in ein paar hundert Jahren im Goldenen Buch der Stadt Mirow blättern, erkennen sie, dass Tierliebe in ihrer Stadt immer hoch gehalten wurde. Denn in dieser Woche hat sich Kaninchenzüchterin Gerda Krumm in das Ehrenbuch eingetragen. Mit ihren Siamesenkaninchen hat die Inhaberin einer Gärtnerei im vergangenen Jahr im französischen Metz einen Europameistertitel errungen. „Weiter kann man es als Kaninchenzüchterin nicht bringen. Eine Weltmeisterschaft der Zuchtkaninchen gibt es nicht“, sagt Gerda Krumm.

Für diese Leistung gebührt ihr eine Seite im Goldenen Buch, hatten die Stadtvertreter bei ihrer jüngsten Sitzung mit acht Stimmen, zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen. „Diese Art von Sport wird viel zu selten gewürdigt. Es ist eine Wertschätzung für alle, die diesem aufwendigen Hobby nachgehen“, so Bürgermeister Karlo Schmettau.

Im Amtsgebäude wurde der Eintrag jetzt feierlich vollzogen – im Beisein des Bürgermeisters, dreier Stadtvertreter, der Amtsleiterin und eines Kaninchens. Dabei beließ es Gerda Krumm nicht etwa bei einer schnöden Unterschrift, sondern sie verstand es, die ihr zur Verfügung gestellte Seite gut zu nutzen. Sie eröffnete mit einem Zitat von Hermann Hesse: „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Gefolgt von einem Johann Wolfgang von Goethe-Zitat: „Welch‘ eine himmlische Erfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.“ Darunter schrieb sie ihre eigene Botschaft: „Tiere bereichern unser Leben und machen so viel Freude! Mit Züchtergruß und Dank für diese Ehre.“

Es unterzeichneten Gerda Krumm, der Bürgermeister – und die eigentliche Hauptperson: ein namenloser Zwergrammler, der zu den vier Kaninchen gehört, die in Frankreich zu Europas Schönsten gekürt wurden. Behutsam drückte Gerda Krumm sein Pfötchen auf ein Stempelkissen und dann aufs Papier. Da Kaninchenpfoten sehr behaart sind, entstand zwar kein klarer Pfotenabdruck, sondern ein Fleck, aber die Geste zählt. Amtsleiterin Karola Kahl will die Seite noch mit einer Kopie der Urkunde oder mit Fotos illustrieren.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung