Gerichtsbericht:

Einbrecher-Trio entpuppt sich vor Gericht als Duo

Wochenlang tingeln ein 25-Jähriger und ein 23-Jähriger über die Dörfer, brechen ein und stehlen Buntmetall. Ihr mutmaßlicher Komplize wird freigesprochen, das Duo bestraft.

  
Peter Steffen   

Ein 25-jähriger Burg Stargarder, ein 23-Jähriger aus Flatow bei Möllenbeck und ein 24-jähriger Rostocker mussten sich am Donnerstag vor dem Jugendschöffengericht Neustrelitz verantworten. Dem Trio wurden 16 Taten vorgeworfen, die sie zwischen November 2011 und Februar 2012 begangen haben sollten – mal zu dritt, mal zu zweit, mal allein. Doch die Liste der Anklagepunkte schrumpfte im Lauf der Verhandlung gewaltig. Übrig blieben nur drei Taten, die das Gericht dem Burg Stargarder und dem Neubrandenburger nachweisen konnte: Ein besonders schwerer Diebstahl bei einem Schrotthandel in Burg Stargard, ein Diebstahl bei einem Eigenheim in Wanzka und ein versuchter Diebstahl eines Blitzableiters in Neubrandenburg.

Der 25-Jährige wurde zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe und 80 gemeinnützigen Arbeitsstunden verurteilt. Bei dem jüngsten im Bunde wurde das Jugendstrafrecht angewandt. Er kam mit einer Verwarnung und 80 Arbeitsstunden davon. Der Rostocker wurde in allen Punkten freigesprochen. Er war unwissentlich in eine Straftat hineingezogen worden, war zwar dabei, hatte sich aber nicht beteiligt.

Die Lebensgeschichten der beiden anderen ähneln sich. Beide haben ihre Ausbildungen abgebrochen, leben von Hartz IV, verdienen sich mit Nebenjobs etwas dazu – und sie bessern ihre Kassen bisweilen mit dem Verkauf von Buntmetall auf. Bei dem Schrotthandel machten sie einen richtig dicken Fang. Knapp 400 Kilogramm Buntmetall schleppte das Duo in einer Nacht weg. Auch ihr Besuch bei einem Eigenheim in Wanzka lohnte sich. Dort verschafften sie sich Zutritt in eine Scheune, stahlen
50 Kilogramm Kupferschrott und 25 Kilogramm Messing. Den Blitzableiter, den sie von einem Supermarkt in Neubrandenburg abmontierten, mussten sie zurücklassen. Die Polizei ertappte sie auf frischer Tat.

Strafmildernd wirkte sich bei beiden Angeklagten aus, dass sie ihre Taten gestanden. Außerdem diagnostizierte Richterin Bettina Walte-Petersen eine positive Entwicklung. Alle Taten liegen mehrere Jahre zurück, danach ließen sich die Männer nichts mehr zu Schulden kommen.

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