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Eine ganze Region in Fusion-Laune

Der Besucher-Ansturm zur Fusion freut vor allem Taxifahrer und örtliche Supermärkte. Mit von der Partie ist natürlich auch die Polizei, die an den Straßen kontrolliert. Und die landet wie erwartet jede Menge Treffer.

Am Bahnhof in Neustrelitz kommen viele Fusions-Besucher an. Das Gedränge ist groß.
Susanne Böhm Am Bahnhof in Neustrelitz kommen viele Fusions-Besucher an. Das Gedränge ist groß.

Fünf Jahre lang hat Mateusz Pech gehabt. Der Koch aus Berlin war bei der Ticketvergabe für die Fusion jedes Mal leer ausgegangen. Auch für die 19. Auflage des Festivals waren die Karten bereits vor Monaten vergriffen. Doch dieses Jahr hatte der 24-Jährige unerwartet Glück: Über eine Freundin ist er am Mittwochabend doch noch zu einer Eintrittskarte gekommen. „Ich hab dann innerhalb von zwei Stunden meine Sachen gepackt“, erzählt Mateusz. Am Donnerstagvormittag sitzt er auf dem Neustrelitzer Bahnhof und wartet auf eine Mitfahrgelegenheit - 35 Kilometer sind es noch bis Lärz. Der Berliner nippt an einer Dose Bier. Aus dem Tunnel strömen scharenweise die Feierwütigen. Die Bahn setzte bereits am Mittwoch zwei Sonderzüge für die Anreise aus Berlin nach Neustrelitz ein. Am Donnerstag verkehren ebenfalls zwei Sonderzüge.

Das klassische Erkennungszeichen der Partytouristen ist ein großer Rucksack mit aufgeschnallter Isomatte und Schlafsack. „Franzosen, Mexikaner, Holländer. Die kommen aus der ganzen Welt“, weiß Taxi-Fahrer Frank Blunk. Die Festivalbesucher sind beliebte Fahrgäste. „Sie sind sehr nett und viel, viel entspannter als manche Discobesucher“, erzählt Blunks Kollegin Doreen Freimark. Nur unter den Taxifahrern ist die Stimmung etwas angespannt. Die Profi-Chauffeure haben Konkurrenz durch private Fahrer bekommen, die Gäste bereits am Tunnel abgreifen. Mit dem Taxi kostet ein Tour nach Lärz 60 bis 65 Euro. „Die Schwarzfahrer bieten die Touren für 'nen Appel und 'nen Ei an“, schimpft Blunk. Vielen Fusionisten dürfte es egal sein. Sie wollen einfach aufs Festivalgelände.

Pavillon und Pool im Gepäck

Rund 60 000 Menschen werden in diesem Jahr auf dem Gelände des alten Militärflughafens bei Lärz erwartet. Das Festival bietet vier Tage lang Musik verschiedener Genres, Theater, Performance, Kino und Licht-Installationen. „Eine einzigartige Atmosphäre. Das ist wie eine kleine Stadt“, erzählt Mateusz. Freunde von ihm haben sogar einen Pavillon und einen aufblasbaren Swimmingpool mitgebracht. „Ist man einmal dort, will man gar nicht zurück.“

Etwas mehr Geduld müssen dagegen die Gäste aufbringen, die mit dem Auto aus Richtung Berlin anreisen. Auf einem Rastplatz bei Vipperow hat sich nämlich die Staatsmacht postiert. Die Polizei hatte umfangreiche Verkehrskontrollen angekündigt. Im vergangenen Jahr waren mehr als 400 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert worden. Auffällige Fahrer werden von den Uniformierten auf den Rastplatz zu Urin- und Speicheltests herausgezogen. „Die lassen sich ganz schön was einfallen“, sagt Polizeihauptmeister Olaf Pöblow. Mit seiner Drogenspürhündin Niki hat er bislang sechs Autos kontrolliert und sechs Treffer gelandet. „Die Drogen waren in Kaffeedosen, in Marmeladengläsern aber auch im Brot versteckt“, erzählt der Polizist.