Regenreiche 24 Stunden:

Einfach eklig, dieses Wetter!

Fast 24 Stunden Dauerregen, dazu Kälte – das schlug den Menschen aufs Gemüt. Die Mecklenburgische Seenplatte hat einen ihrer regenreichsten Tage hinter sich. Die gute Nachricht: So eine Wetter-Erscheinung kommt hierzulande nur selten vor.

Auf die Strelitzer Straße in Neustrelitz wagte sich kaum jemand ohne Regenschirm.
Susanne Böhm Auf die Strelitzer Straße in Neustrelitz wagte sich kaum jemand ohne Regenschirm.

Es war, als wolle der Himmel seine Schleusen nie wieder schließen. Von Dienstag zu Mittwoch regnete es in der Mecklenburgischen Seenplatte knapp 24 Stunden lang ununterbrochen. In der Hohenzieritzer Straße in Neustrelitz fuhren die Autos durch tiefe Pfützen, auf der Kreisstraße 12 bei Priepert stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch, und wer sich ohne Regenschirm ins Freie wagte, wurde richtig nass. Der Herbst hielt Einzug, mit all seinen unangenehmen Facetten.

„Das war der dritt-regenreichste Tag des Jahres“, hat Hobby-Meteorologe Peter Stüve aus Neustrelitz fest-
gestellt. „Am Dienstag hat das gegen 16.30 Uhr angefangen. Bis Mittwoch, 14 Uhr, sind 27,7 Liter pro Quadratmeter gefallen. Das ist schon ungewöhnlich, das kann sich schon sehen lassen“, sagt der Geograf. Anführer der Regen-Rangliste 2014 sei bisher aber der 13. September mit 61,9 Litern pro Quadratmeter, gefolgt vom 11. Juni mit 35,5 Litern. Derart ausdauernder Regen komme im Nordosten Deutschlands nur selten vor. „In den Mittelgebirgen und in den Alpen regnet es öfter mal tagelang. Aber hier haben wir keine Berge, an denen sich die Wolken sammeln.“

Keine Angst vor ein paar Tropfen

Tapfer trotzten die Mecklenburger den Wassermassen. Ausgerüstet mit einem Kopftuch aus Folie, wagte sich Ilse Conrad-Schütt in Woldegk auf die Straße. „Dieses Wetter gefällt mir gar nicht. Es hat die ganze Nacht geregnet und hört überhaupt nicht mehr auf. Das schlägt mir aufs Gemüt“, sagte die 80-Jährige. „An solchen Tagen stehe ich nicht vor 8 Uhr auf. Als Rentnerin kann ich mir das ja erlauben.“ Die Woldegkerin versucht aber, aus jedem Wetter das Beste zu machen. „Wenn es draußen so düster ist, mache ich es mir eben drinnen gemütlich – mit vielen Lampen und Kerzen. Dann wirkt so ein Tag gleich viel heller.“

Etwas verdrossen schauten die vier Schützlinge von Tagesmutti Kathrin Seidler unter ihren Kapuzen und Mützen hervor. Bei Sonnenschein hätte den Kleinkindern ihre Rundfahrt im Vierlingswagen sicher mehr Spaß gemacht. Gefroren haben die Kinder aber nicht. „Wir drehen jeden Tag unsere Runde durch Woldegk, bei jedem Wetter“, sagte Kathrin Seidler. „Bei Regen ziehen wir einfach unsere Regensachen an und los geht‘s. So bekommen die Kinder jeden Tag frische Luft.“

Klaus Kummer konnte der Dauerregen überhaupt nichts anhaben. „Sie sehen doch, ich mache Gartenarbeit, gerade habe ich Laub zum Annahmehof gebracht“, sagte der 64-jährige Woldegker. „Heute hat die Annahmestelle geöffnet, darum muss das heute gemacht werden.“

Stück für Stück sollen die Temperaturen jetzt laut Deutschem Wetterdienst sinken. Der Winter nähert sich mit großen Schritten. Für alle, denen es vor der dunklen und kalten Jahreszeit graust, hat Klaus Kummer aus Woldegk einen Tipp parat: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung."

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