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Einfach reinschlüpfen und rausgucken

VonDana SkierkeSchellenten und Gänsesägern wird in der Feldberger Seenlandschaft der Nestbau erleichtert. Naturschützer Fred Bollmann befestigt für sie ...

Ein Gänsesäger schaut aus einem Nistkasten. [KT_CREDIT] FOTO: PrIVAT

VonDana Skierke

Schellenten und Gänsesägern wird in der Feldberger Seenlandschaft der Nestbau erleichtert. Naturschützer Fred Bollmann befestigt für sie riesige Kästen an Bäumen.

Feldberg.Urige, knorrige Bäume mit natürlich ausgefaulten Höhlen sind eine Seltenheit geworden. Schellenten und Gänsesäger brauchen sie, um ihrem natürlichen Brutverhalten frönen zu können. Zum Glück gibt es Naturliebhaber wie den Feldberger Fred Bollmann, der diesen Tieren Starthilfe gibt. Der Betreiber von Ranger Tours hängt für sie Nistkästen auf. In diesem Fall sind die allerdings riesig und wiegen stolze 20 Kilogramm. Zehn Stück an der Zahl gilt es nun schnellstens in die Höhe zu bringen. Die Balz der Schellenten hat begonnen.
Hilfe bekommt Fred Bollmann von Flemming Nagel. Er arbeitet als FÖJler (im Freiwilliges kologischen Jahr) bei Ranger Tours, einer anerkannten FÖJ-Stelle. Schellenten überwintern in der Region, wenn die Gewässer eisfrei sind. Mittlerweile hat sich bei den Schellenten ein kleines „Wohnungsproblem“ ergeben. Zwar hat Fred Bollmann schon in den Vorjahren Kästen montiert, neun am Haussee, vier am Schmalen Luzin. Sie sind indes alle besetzt. Nun kommt noch der Gänsesäger hinzu. Der Zugvogel erscheint in der Region, wenn die Seen eisfrei sind. Einen Brutnachweisgebe es nicht, weiß Fred Bollmann. Der Naturfan hatallerdings ein Weibchen in den Monaten Mai und Juni in den Jahren 2010 und 2012 hier beobachtet.
Fred Bollmann vermutet, dass das oder die Tiere in einem der Schellentenkästen gebrütet haben. Für diesen Höhlenbrüter hat der Feldberger nun Nistkästen mit einem größeren Lochdurchmesser fertigen lassen. Behilflich waren ihm Mitarbeiter der IPSE (Innovative Personal- und Strukturentwicklungsgesellschaft). „Sie haben solide Kästen gebaut, die lange halten werden“, lobt Fred Bollmann.
In den Nistkästen können die Tiere tief sitzen. Innen wurde das Holz geschwärzt. 50 Zentimeter tief sitzen die Vögel, da fühlen sie sich sicher. Schellenten legen bis zu zwölf, Gänsesäger bis zu
16 Eier. Sind die Eier im Nest, hauen übrigens bei beidenArten die Männer ab. Sie ziehen dann weiter. Der Gänsesäger verdankt seinen Namen seinem gezahnten Schnabel, während das Geräusch einer wegfliegenden Schellente ans Rasseln eines Schellenrings erinnert.

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d.skierke@nordkurier.de