Eine Gefahr für Kinder:

Eltern schlagen nach Unfall auf Schrott-Spielplatz Alarm

Spitze Schrauben, Risse im Holz, harte Metallteile im Sand - der Spielplatz an der Woldegker Stadtmauer birgt gleich haufenweise Gefahrenquellen. Vom maroden Zustand haben Eltern und Kinder jetzt die Nase gestrichen voll. Erst recht, nachdem es einen schlimmen Unfall gab.

Holzrisse gibt es ebenfalls an mehreren Stellen. Spielende Kinder könnten unbedacht ihre Finger hineinstecken oder die Holzplanke gibt irgendwann gänzlich den Geist auf.
Foto: T. Lemke Holzrisse gibt es ebenfalls an mehreren Stellen. Spielende Kinder könnten unbedacht ihre Finger hineinstecken oder die Holzplanke gibt irgendwann gänzlich den Geist auf.

Alex kann schon wieder lachen. Am Dienstag durfte er das Krankenhaus wieder verlassen. Dem 7-Jährigen geht es wieder besser. Damit hören die guten Nachrichten aber auch schon auf. Bei seiner Mutter Claudia Blindnagel und vielen anderen Woldegker Eltern sitzt der Schreck hingegen noch tief. Ihnen ist alles andere als zum Lachen zumute.

Was passiert ist? Vor ein paar Tagen sei Alex mit dem Knie auf eine Metallkante gefallen, die im Sand auf dem Woldegker Spielplatz an der Stadtmauer verborgen gewesen war, erzählt seine Mutter. "Es ist beim Versteckspiel, direkt vor der Rutsche passiert. Alex musste an der Kniescheibe operiert werden", berichtet Claudia Blindnagel. Was die Eltern daraufhin aus dem Sand ausbuddelten, verschlug ihr den Atem. Offenbar befand sich noch eine Halterung eines alten Spielgeräts im Sand. Das Metallteil sei festgeschraubt gewesen und musste erst gelöst werden.

Alles kaputt

Das hervorlugende Gestänge war aber nur die Spitze des Eisbergs. Denn der gesamte Spielplatz befindet sich in einem miserablen Zustand. Keine Ecke, an der nicht der Zahn der Zeit genagt hat. Um auf die gefährlichsten Stellen aufmerksam zu machen, haben sich mehr als 50 besorgte Eltern auf dem Spielplatz getroffen. Babett Trottnow und André Dahlke hatten über eine Facebook-Gruppe zu dem Treffen aufgerufen. Zusammen mit dem Nordkurier und einigen Stadtvertretern wurden die deutlich sichtbaren Schäden in Augenschein genommen. Rostige Ringe, fehlender Sand, kaputte Bretter, spitze Schrauben, fehlende Schutzkappen - die Mängelliste nimmt kein Ende. Die Eltern fragen sich, ob der Platz in letzter Zeit überhaupt vom TÜV kontrolliert wurde. "Hier kann kein Prüfer gewesen sein, oder aber er ist geschmiert worden", meint Babett Trottnow provokativ. "Der Unfall lässt sich nicht wegreden. Die Stadt ist ihrer Verantwortung für einen sicheren Spielplatz nicht nachgekommen", klagt auch der Woldegker Christian Grenz an.    

Einen dringenden Handlungsbedarf erkannte schließlich auch Stadtvertreter Hans Mordhorst (CDU) vor Ort. An einer Stelle blitze zum Beispiel noch immer das blanke Eisen einer alten Befestigung aus dem Boden. "Das muss ausgegraben werden, keine Frage", erklärte Mordhorst. Florian Kohlmeyer, der erst seit Kurzem für die SPD im Stadtparlament sitzt, stellte sich ebenfalls den Bürgerfragen. "Wir wissen, dass der Spielplatz in der Vergangenheit vernachlässigt wurde. Hier muss was gemacht werden", gestand er ein. Die Hinweise der Eltern würden ernstgenommen. So habe es am Dienstag schon erste Reparaturen gegeben.

Bürgermeister bedauert den Unfall

Kohlmeyer und Mordhorst betonten aber, dass trotz aller Brisanz das vernünftige Gespräch wichtig sei. Vorwürfe und Schuldzuweisungen würden keinem weiterhelfen, kritisierten sie entsprechende Anschuldigung via Facebook. Man hätte auch auf die Stadt und das Ordnungsamt zukommen können. Genau das sei in der Vergangenheit schon geschehen, hielt dem Babett Trottnow entgegen. Bereits drei Mal habe sie in Sachen Schrott-Spielplatz beim Bürgermeister vorgesprochen. "Passiert ist nichts", so die Woldegkerin.  

Die Spielplatz-Probleme kamen auch noch mal bei der Stadtvertretersitzung zur Sprache. Woldegks Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) bedauerte den Unfall und versprach eine Aufklärung durch das Amt. Im Ordnungsamt wird der Fall derzeit überprüft, hieß es am Mittwoch. Da Ordnungsamtsleiter Manfred Balzer keine näheren Informationen über den Fremdkörper aus dem Sand hat, wollte er dazu keine konkrete Aussagen machen. Zum Spielplatz ließ er aber wissen, dass dieser in regelmäßigen Abständen wie gesetzlich vorgeschrieben vom TÜV überprüft werde. Wann das zum letzten Mal passiert ist, konnte Balzer am Mittwoch nicht beantworten. Mit der Wartung und der Reparatur des Spielplatzes sei der Stadtbauhof beauftragt.

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Kommentare (1)

Ich möchte keinesfalls die Verantwortung der Stadt für den Zustand des Spielplatzes negieren aber warum haben die 50 besorgten Eltern die sich dort getroffen haben nicht selber Hand angelegt um die Gefahrenstellen zu beseitigen??? Zeit zum Meckern ist immer aber selber tätig werden? Herrausstehende Schrauben kann man wieder eindrehen, Eisenteile im Sand kann man ausgraben und beseitigen. Die Leute sind heutzutage, selbst wenn es um die Sicherheit der eigenen Kinder geht, so bequem geworden, dass sie lieber weitere Unfälle akzeptieren als tätig zu werden. Ich kann mich an Zeiten entsinnen da wurde sowas an einem Sonnabend erledigt ohne lange zu meckern und Schuldige zu suchen.