Ein Dorf kämpfte für seine Flüchtlinge:

Familie Yassine darf bleiben

Alle Angst hat vorerst ein Ende für die Flüchtlingsfamilie, für die sich ganz Blankensee eingesetzt hat: Ihr Asylantrag wurde genehmigt. Endlich kann sich das Ehepaar mit seinen drei Kindern eine Zukunft aufbauen. Allerdings wohl eher nicht hier ...

Maha (rechts) und Rabih Yassine halten die ersehnten Papiere in den Händen, mit denen ihre Zukunft in Deutschland vorerst gesichert ist. Die Kinder Adam, Lynn und Mohamad (von links) dürfen nun in gesicherten Verhältnissen aufwachsen.
Susanne Böhm Maha (rechts) und Rabih Yassine halten die ersehnten Papiere in den Händen, mit denen ihre Zukunft in Deutschland vorerst gesichert ist. Die Kinder Adam, Lynn und Mohamad (von links) dürfen nun in gesicherten Verhältnissen aufwachsen.

Freude und ­Erleichterung stehen Maha und Rabih Yassine ins Gesicht geschrieben. Endlich, nach monatelangem Zittern und Bangen, ist es amtlich: Das syrisch-libanesische Flüchtlingsehepaar und seine drei Kinder dürfen in Deutschland bleiben. „Unser Antrag auf Asyl wurde bewilligt“, freut sich Rabih Yassine.

„Endlich können wir ohne Angst in die Zukunft blicken und unseren Kindern eine friedliche Per­spektive geben“, sagt seine Frau. „Eine ­große Last ist von uns gefallen. Nun blicken wir nach vorn und werden im Februar einen Sprachkurs an der Volkshochschule beginnen, damit wir Arbeit finden und auch zu Hause Deutsch reden können.“

Die Einwohner von Blankensee, deren Proteste gegen die drohende Abschiebung erfolgreich waren, freuen sich mit der Familie. „Wir sind sehr froh, dass unsere Anstrengungen zum Erfolg geführt haben“, sagt Konrad Wendel, Migrationsbeauftragter der Gemeinde. „Nun kann sich die Familie eine neue Zukunft aufbauen.“

Dort hin, wo es Arbeit gibt

Die aber wird wohl eher nicht in Blankensee sein. Der Wohnblock, in dem die Familie lebt, ist zum Abriss frei­gegeben. Und Arbeit gibt es keine in dem Dorf. „Wir werden wohl nach Wolfsburg gehen. Dort lebt mein Bruder, und dort gibt es mehr Arbeit“, sagt Rabih Yassine.

Konrad Wendel ­bedauert den bevorstehenden Abschied. „Die Yassines sind unsere Nachbarn geworden, es ist schade, dass sie gehen. Aber sie bemühen sich so unwahrscheinlich um Intergration – ich denke, sie werden ihren Weg machen.“

Rabih Yassine war mit seiner Frau und den Kindern aus dem Libanon vor dem Bürgerkrieg geflohen. Seit Mitte des Jahres 2013 lebt die Familie in Blankensee, integrierte sich schnell, die Kinder ­lernten Freunde kennen und hatten gute Noten in der Schule. Jetzt sagt die Familie „ein Dankeschön an alle, die uns über die schwere Zeit und die Ungewissheit hinweg halfen“.

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