Ein Underdog kämpft um den Sieg:

Er will mit Profis um die Wette stapeln

Dieses Mal möchte Thorsten Gruhne sein Ticket für die deutsche Meisterschaft wieder lösen. Im „Rennzirkus“ der Gabelstapler-Fahrer ist der Woldegker fast schon ein alter Hase.

Im Berufsleben transportiert Thorsten Gruhne Getränkekisten.
Tobias Lemke Im Berufsleben transportiert Thorsten Gruhne Getränkekisten.

Thorsten Gruhne muss die Quali unbedingt packen. Der Woldegker Lagerist plant nämlich, wieder dabei zu sein beim großen StaplerCup in Aschaffenburg. Was das ist? In Aschaffenburg kommen die besten Gabelstapler-Fahrer aus Deutschland und der Welt zusammen. Vergeben werden internationale Titel und die deutsche Meisterschaft.

Heute entscheidet sich beim Regionalausscheid in Neubrandenburg, ob Gruhne den Nordosten bei dem ungewöhnlichen Wettstreit mit dem Hubwagen vertreten darf. „Im vorigen Jahr hab ich‘s total versaut“, ärgert er sich noch heute. Damals lief es überhaupt nicht für ihn. Ein Mitstreiter hatte 2014 besser und schneller gestapelt. Er sei geradezu durch den Parcours gerast. „Der kam frisch aus der Nachtschicht und hat wohl noch voll im Saft gestanden“, erzählt Gruhne grinsend. Nur die Plätze 1 und 2 qualifizieren sich für Aschaffenburg, wo im September dann die absolute Fahrer-Elite um die Wette stapelt.

Knifflige Aufgaben für die Fahrer

Bereits vier Mal konnte Gruhne das Ticket für die deutsche Meisterschaft lösen. Dieses Mal soll es wieder klappen. Mal müssen Kisten im Halbkreis nach Nummern sortiert werden, mal muss ein Turm gebaut werden. „Jedes Jahr gibt es eine andere Aufgabe“, erklärt der 45-Jährige, der normalerweise bei der Trinks GmbH in Wolfshagen Lastwagen mit Getränkekisten belädt.

An eine besondere Herausforderung mit einem Mini-Stapler kann er sich noch gut erinnern. Damals wurde ein Spielzeug-Gabelstapler vorne auf die Zinken montiert. So ausgerüstet waren wiederum Mini-Flaschen zu sortieren. Bei den Wettbewerben geht es also nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Geschicklichkeit und um Gefühl beim Umgang mit der Technik.

Training? Er macht ja werktags nichts anderes

Eine richtige Vorbereitung absolviert der Woldegker dabei nicht. Wenn die Zeit es zulässt, trainiere er vielleicht mal ein bisschen nach Feierabend. Ansonsten hofft er darauf, einen guten Tag zu erwischen. Ohnehin sei es schwierig, mit den ganz großen Profis beim StaplerCup mitzuhalten. „In Aschaffenburg geht es wie in der Formel 1 zu“, sagt Gruhne. Es gebe nämlich einige wenige Favoriten, die meist die Meisterschaft unter sich ausmachen. Für manche Firmenchefs, die ihre Fahrer puschen, sei der Gewinn des StaplerCups eine echte Imagefrage. Ähnlich wie bei der Formel 1 sind übrigens auch die Vorbereitung und die ganze Show drum herum. „Das ist immer ein riesiges Volksfest. Für den Wettkampf-Parcours wird eigens das Altstadtpflaster asphaltiert und dann wieder zurückgebaut“, erzählt Gruhne.  Mit seiner Rolle als Underdog kann der Woldegker aber ganz gut leben. „Ich mache ja aus Spaß an der Freude mit“, sagt er.

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