Polizei warnt vor Betrügern:

Falsche Spendensammler! Bloß nicht gleich das Geld zücken

Schon viele Trickbetrüger haben ihr Unwesen in und um Neustrelitz getrieben. Doch was sich zwei Frauen jetzt in der Strelitzer Straße erlaubt haben, ist eine neue Masche in der Region.

Wer Geld spenden möchte, sollte dabei Vorsicht walten lassen.
Karl-Josef Hildenbrand Wer Geld spenden möchte, sollte dabei Vorsicht walten lassen.

Wer spenden möchte, der sollte dies nicht auf der Straße tun. Das empfiehlt die Polizei. Anlass sind Vorfälle vom Wochenende in Neustrelitz. Dort hatten zwei Frauen versucht, einem Rentner Geld zu entwenden. In diesem Fall ging das Vorhaben schief. Dennoch raten die Beamten zur Vorsicht und bitten bei Verdachtsfällen um besondere Aufmerksamkeit. Denn in und um Neustrelitz, sind nicht zum ersten Mal Trickbetrüger unterwegs. In Weisdin mussten schon falsche Dachrinnen-Klempner vom Hof gejagt werden. Nicht immer ist das gelungen. Plötzlich hatten Einwohner neue Regenrohre am Haus, die sie nicht wollten, und sollten eine hohe Rechnung begleichen.

Ganz unterschiedliche Maschen nutzen die Betrüger, um an Geld zu kommen. In der Strelitzer Straße waren es am Sonntag zwei Frauen. Eine sprach in gebrochenem Deutsch einen Rentner an und bat um eine Spende. Der Mann zückte seine Geldbörse, da fiel im die Frau um den Hals und wie aus dem Nichts tauchte eine zweite Frau in der Strelitzer Straße auf. Glücklicherweise bemerkte der Mann, dass sein Geld, das er gerade vom Automaten an der Bank abgeholt hatte, fehlte. Er hielt eine Frau fest und drohte mit der Polizei, woraufhin die andere das Geld auf die Straße warf und sich beide dann aus dem Staub machten. Die Polizei konnte die Frauen in Neustrelitz nicht finden.

Mit Ablenkung an die Knete

Eine neue Masche ist das nicht, bestätigen die Ordnungshüter. Allerdings ist in Neustrelitz so ein Fall bisher nicht bekannt. Deshalb sollte von Spenden auf der Straße abgesehen werden. Wer doch etwas geben möchte, sollte sich den Ausweis zeigen lassen und den Mitgliedsausweis der jeweiligen Organisation, für die gespendet werden soll. Zudem sollte nie die Geldbörse aus den Augen gelassen werden. Gern versuchen die Betrüger mit Ablenkung ans Geld zu kommen. Im Neustrelitzer Fall war das die plötzliche Umarmung. Sollte es zu Einschüchterungen kommen, dann sollte sich niemand scheuen, andere Passanten um Hilfe zu bitten. „In jedem Fall ist die Polizei zu informieren“, heißt es.

Oft suchen sich die Betrüger ältere Menschen als Opfer. Vermutlich wurde der Neustrelitzer schon beim Eintreten in die Bank von den Frauen beobachtet. Häufig greifen die Betrüger nicht nur nach den Scheinen im Portmonee, sondern nehmen die komplette Geldbörse mit. Oft sind die Kriminellen mit einem Klemmbrett ausgestattet, auf dem angebliche Spendenlisten verzeichnet sind. Die Betrüger haben sich schon als taubstumm ausgegeben oder ziehen die Mitleid-Masche und zeigen Fotos von Folteropfern und Tierquälerei. „Niemand sollte sich davon unter Druck setzen lassen“, so die Polizei.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!