:

Falschparker füllen Neustrelitzer Stadtkasse

Ordnungswidrigkeiten müssen bestraft werden. Die Wächter der Stadt Neustrelitz hatten 2015 ihre Augen (fast) überall. Allein das hübsche Sümmchen von 141. 700 Euro wurde durch das Eintreiben von Strafzetteln eingenommen. Aber haben auch alle bezahlt?

Vor dem Rathaus auf dem Neustrelitzer Markt muss ein Parkticket gezogen werden. Wer das vergisst, riskiert ein Knöllchen unterm Scheibenwischer.
Foto: Tobias Lemke Vor dem Rathaus auf dem Neustrelitzer Markt muss ein Parkticket gezogen werden. Wer das vergisst, riskiert ein Knöllchen unterm Scheibenwischer.

Hoch gerechnet erwischen Neustrelitz‘ vier Politessen (männliche  Ordnungsamtsmitarbeiter eingeschlossen) täglich 32 Falschparker in der Stadt. Übers Jahr kommen so fast 8000 Knöllchen zusammen, die die vier städtischen Ordnungshüter unter die Scheibenwischer klemmen. Sie kontrollieren die 473 bewirtschafteten Parkflächen in der Innenstadt. Immerhin sind 206 dieser Stellplätze montags bis freitags gebührenpflichtig. Die restliche 267 können mit unterschiedlicher Zeitbegrenzung per Parkscheibe kostenfrei genutzt werden. 141.700 Euro wurden  durch die Knöllchenvergabe im vergangen Jahr in die Stadtkasse gespült.

Damit hat jede Politesse im Durchschnitt monatlich rund 3.000 Euro durch ihre Parkplatz-Kontrollen und andere Kontrollen – die Mitarbeiter sind unter anderem auch dafür zuständig, dass  Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner  entsorgen – erwirtschaftet. Doch wie sieht es mit der Zahlungsmoral der erwischten Ordnungsfrevler aus? Darauf gab die Stadt nur schmallippig eine Antwort. „Zahlungsverzug kommt vor“, erklärte Rathaussprecherin Petra Ludewig knapp.

Für die bewirtschafteten Parkplätze nahm die Stadt im Jahr 2015 insgesamt 107.000 Euro an Parkgebühren ein. Somit kommen auf jeden gebührenpflichtigen Stellplatz rund 520 Euro.