Musikalische "Familie" schwelgt in Erinnerungen:

Fanfaren-Spielern ist die Puste noch lange nicht ausgegangen

Große Wiedersehensfreude in der Orangerie: Der Neustrelitzer Fanfarenzug hatte ein Treffen für Ehemalige und Aktive organisiert. Mit alten Fotos und Filmen sowie einer historischen Ausstellung kamen bei den Musikern Erinnerungen hoch.

Als jüngstes Mitglied im Fanfarenzug darf der neunjährige Dominik eine Fanfare aus Pionierhaus-Zeiten ausprobieren.
Ute Köpke Als jüngstes Mitglied im Fanfarenzug darf der neunjährige Dominik eine Fanfare aus Pionierhaus-Zeiten ausprobieren.

Jutta Meißner war 14 Jahre alt, als sie das erste Mal eine Fanfare in die Hand nahm. „Das war Ende der 60er Jahre. Da war der Fanfarenzug noch im Pionierhaus angesiedelt“, blickt sie zurück. Damals fuhr sie immer mit dem Bus von Alt- nach Neustrelitz, die Fanfare blieb im Pionierhaus. Bekleidung und Instrumente seien ganz selbstverständlich vom Staat zur Verfügung gestellt worden. „Heute ist das etwas schwieriger, wir sind von Sponsoren und Fördergeldern abhängig“, erklärt Annette Ulrich. Auch sie ist seit mehr als 40 Jahren Mitglied im Neustrelitzer Fanfarenzug und mit ihm zusammen „groß“ geworden.

Beim Treffen von Ehemaligen und Aktiven des Fanfarenzuges in der Orangerie kommen Erinnerungen hoch. Jutta Meißner hat noch die Weltfestspiele im August 1973 in Berlin vor Augen. Viel Spaß hatten die Musiker bei den Trainingslagern in Ahlbeck und Trassenheide. „Zu großen Auftritten wurden mehrere Fanfarenzüge und Blasorchester zu einem Ensemble zusammengeführt“, erzählt Annette Ulrich. „Man lernte viele neue Leute kennen und die Stimmung beim Zusammenspielen war einfach toll.“

Vom Pionierhaus ging der Fanfarenzug zum Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) über und wurde viele Jahre durch Bernd Roloff geprägt. An den langjährigen Leiter erinnert beim Treffen in der Orangerie unter anderem eine alte Fanfare. „Die ist heilig“, betont Annette Ulrich lachend mit Blick auf das Instrument. „Ohne Bernd Roloff wäre der Fanfarenzug nicht so geworden, wie er jetzt ist.“ 

Nach dem Zusammenbruch in der Wendezeit engagierte sich Ingrid Hanzlik 1996 für die Gründung des Fanfarenzuges der Feuerwehrvereins. Erste Auftritte gab es mit geborgten Hosen und alten Instrumenten aus dem Pionierhaus.

Zu den Wiedersehensgeschichten gehört auch die Hochzeit von Mitgliedern. „Am Hochzeitstag hatten wir hier die Landesmeisterschaften der Fanfarenzüge und der Neustrelitzer Markt war voll“, berichtet Olaf Teller, der für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist.

Wie eine musikalische Familie fühlen sich die aktuell 70 Mitglieder das Fanfarenzuges im Alter zwischen 8 und 60 Jahren. Das ist auch beim Treffen zu spüren, bei dem angesichts alter Fotos und modernisierter Schmalspurfilme immer wieder die Frage „Weißt du noch?“ zu hören ist. Und ganz ohne Fanfarentöne kommt so ein Treffen natürlich auch nicht aus.

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