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Fast chancenlos gegen den Eindringling

Mit Motorsäge, Chemie und Technik wird im Forstamt Lüttenhagen gegen die Spätblühende Traubenkirsche gekämpft, die einst mit hohen Erwartungen angesiedelt worden war.

Wenigstens als Energieholz kann das unerwünschte Gewächs noch dienen, zeigt Revierförster Thomas Wendt.
Klaus-Jürgen Fischer Wenigstens als Energieholz kann das unerwünschte Gewächs noch dienen, zeigt Revierförster Thomas Wendt.

"Wenigstens als Energieholz erfüllt die Spätblühende Traubenkirsche noch ihren Zweck“, sagt der Lüttenhagener Revierförster Thomas Wendt angesichts einer gewaltigen Ansammlung von Holz: rund 50 Meter lang und vier Meter hoch ist der Stapel, der fürs Neustrelitzer Heizkraftwerk bestimmt ist. Denn im Wald macht die Pflanze nur Ärger.

Im 17. Jahrhundert wurde sie aus Nordamerika nach Europa gebracht, im Raum Mecklenburg-Strelitz ab 1902 massenhaft aufgeforstet, um den Laubbaumbestand zwischen der Monokultur Kiefer zu erhöhen und Humus für karge Böden produzieren. Doch statt 30 Meter hoher Bäume wie in ihrer Heimat wuchsen nur krüpplige Sträucher, die keine anderen Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nähe gedeihen ließen. „Seit 1984 werden sie bekämpft, mit Motorsägen und Herbiziden“, erklärt Wendt.

Was die Sache allerdings erschwert: Im Müritz-Nationalpark gleich nebenan kann die Spätblühende Traubenkirsche wachsen, wo sie will. „Wir haben keine wirtschaftlichen Ziele zu verfolgen, sondern sind der ungestörten Naturentwicklung verpflichtet“, erklärt Sachgebietsleiter Matthias Schwabe. Hoffnung setzen die Forstleute aus eine in Niedersachsen bereits dokumentierte Pilz- und eine in Brandenburg schon beobachtete Schmetterlingsart, die die Blätter der Traubenkirsche angreifen.