Nur noch Industrie-Ruine:

Feldbergs Kraftwerk hat längst ausgeheizt

Das Holzheizkraftwerk von Feldberg ist ein harter Brocken. Vor einem Jahr hat es in der Gemeinde für großen Kummer gesorgt. Jetzt ist das zwar nicht vergessen, aber es scheint Gras darüber gewachsen zu sein. Und wenn keiner sich kümmert, verschlingt die Natur auch das Gebäude selbst.

Postsendungen werden hier schon seit Monaten nicht mehr eingeworfen. Der Briefkastenschlitz wurde mit dem Hinweis überklebt, dass im Feldberger Heizkraft der Betrieb stillgelegt wurde.
T. Lemke Postsendungen werden hier schon seit Monaten nicht mehr eingeworfen. Der Briefkastenschlitz wurde mit dem Hinweis überklebt, dass im Feldberger Heizkraft der Betrieb stillgelegt wurde.

Rund ein Jahr nach der Feldberger Heizkrise ist es ruhig geworden ums Kraftwerksgelände. Verriegelt und verrammelt ist das Betriebstor. Eine Information am Briefkasten weist darauf hin, dass hier keinem Verantwortlichen mehr die Post zugestellt wird. „Betriebsstillegung“, steht auf dem Zettel.

Die Nachwehen der Feldberger Kraftwerks-Pleite wirken aber bis heute nach. So schuldet der insolvente Kraftwerksbetreiber der Gemeinde noch Geld. „Dazu gehören die nicht gezahlten Gewerbesteuerzahlungen, ausstehende Grundabgaben und Wegenutzungsentgelte“, sagt Feldbergs Bürgermeisterin Constance Lindheimer (SPD). Im Insolvenzverfahren hat die Kommune Ansprüche angemeldet. Bisher lasse der Insolvenzverwalter aber nicht viel von sich hören. So fand erst eine Gläubigerversammlung statt und auch gegenüber dem Nordkurier äußerte sich der Insolvenzverwalter trotz mehrmaliger Nachfrage nicht zu Wort.

Gemeinde von der Pleite betroffen

Mit dem Bankrott der Eigentümer- und Betreibergesellschaft, der BioEnergie Betriebs GmbH und der New Energy Holz GmbH, verloren knapp zwölf Beschäftigte ihren Job und knapp 60 Anschlussstellen in Feldberg ihre Wärmeversorgung. Auch die Gemeinde war Kunde und somit von der Pleite betroffen. „Da hat jeder draufzahlen müssen, erheblich sogar“, sagt Lindheimer.

Wird aus dem Holzheizkraftwerk nun eine Industrie-Ruine? Es sieht danach aus. Denn für Übernahme-Interessenten ist der Zug längst abgefahren. Die Stadtwerke Neustrelitz sprangen im vorigen Jahr für einen dreimonatigen Notbetrieb ein. „Man soll zwar niemals nie sagen, aber ich sehe heute keine Wiederbelebungsmöglichkeiten mehr“, sagt Stadtwerke-Chef Frank Schmetzke.

Was kommt jetzt?

Dabei hätte er sich durchaus zur Übernahme ein Solidar-Modell von Stadtwerken und Gemeinde vorstellen können. Allerdings hätten die vom Insolvenzverwalter gesetzten Bedingungen nicht gestimmt, kritisiert Schmetzke. Allen voran seien die Kunden verunsichert worden, indem ihnen mitgeteilt wurde, dass der Betrieb endgültig eingestellt werde. „Wir waren damals aber an einer Übernahme interessiert. Doch von Tag zu Tag wurde der Kundenstamm kleine. Daran war alles geknüpft“, betont Schmetzke.

Eine Industrie-Ruine sieht Schmetzke im Feldberger Heizkraftwerk übrigens noch nicht. Es gebe sogar Beispiele, wo ganze Kraftwerke demontiert, verkauft und woanders wieder aufgebaut werden.

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