Neues Feuerwehrauto ist ein Gebrauchtwagen:

Feuerwehr kann auch ohne Schweriner Geldspritze feiern

Schon wieder keine Fördergelder für ein benötigtes Feuerwehrauto in Wustrow – trotzdem knallen die Sektkorken und die Ortswehr stellt ein neues Fahrzeug in Dienst. Wie geht das denn? 

Vielleicht die Helfer von morgen? Marie, Hendrik und Romy durften im neuen Wustrower Tanklöschfahrzeug Probe sitzen. Wehrleiter Andreas Schock (vorne) und Kamerad Steffen Franz zeigten sogar, wo der Knopf für die Sirene ist.
Tobias Lemke Vielleicht die Helfer von morgen? Marie, Hendrik und Romy durften im neuen Wustrower Tanklöschfahrzeug Probe sitzen. Wehrleiter Andreas Schock (vorne) und Kamerad Steffen Franz zeigten sogar, wo der Knopf für die Sirene ist.

Zum zweiten Mal eine Absage aus Schwerin: Für ein neues Wustrower Feuerwehrauto gibt es keine Geldspritze vom Land, hieß es vor einigen Wochen. Doch dieses Mal ließen sich die Wustrower nicht lumpen. Trotz der schlechten Nachricht glänzte am Wochenende ein neues, auf Hochglanz poliertes Fahrzeug in der Sonne vor dem Wustrower Spritzenhaus und wurde feierlich in Dienst genommen.

Fabrikneu ist der jüngste Zugang im Fuhrpark der Feuerwehr nicht. Bei dem Tanklöschfahrzeug (TLF) handelt es sich um einen Gebrauchten, klärt Wustrows Wehrleiter Andreas Schock auf. „Der ist in einem Top-Zustand, hat gerade mal 17 000 Kilometer auf dem Tacho“, erzählt er. Auch wenn es kein nagelneues Fahrzeug ist, zeigt sich der Ortswehrführer mehr als zufrieden. Rund 15 Jahre könne der Wagen, Baujahr 1993, noch gute Dienste leisten. Das alte Fahrzeug aus den 1960er hätte garantiert nicht mehr so lange durchgehalten.

Rund 200 000 Euro hätte ein Neufahrzeug gekostet. Eine solche Investition könne die Gemeinde allein nie wuppen, sagt Wustrows Bürgermeister Heiko Kruse (CDU). Über eine Parchimer Brandschutztechnikfirma konnte das Gebrauchtfahrzeug besorgt werden. Inklusive neuer Technik koste die Anschaffung nun etwa 30 000 Euro, so Kruse. 15 000 Euro will das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte zusteuern.

Nützliches Extra an Bord

Neben der Standard-Ausrüstung ist das Wustrower Fahrzeug noch mit einem Lichtmast versehen. Dieser wird über die Bordelektronik betrieben und kann innerhalb einer Minute eine Einsatzstelle ausleuchten. Außerdem verfügt das Fahrzeug über einen 2500 Liter fassenden Wassertank und Allradantrieb.

Das alte Wustrower Feuerwehrauto kann übrigens im Internet ersteigert werden. Am Wochenende stand das Gebot bei 3100 Euro. „Für die alten Fahrzeuge interessieren sich meist Sammler“, erzählt Schock. In den Einsatz muss die alte Feuerwehr also wohl nicht mehr fahren.

 

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