Balkon-Baum als Brutkasten:

Für die Grünfinken ist noch Weihnachten

Kurt Kollmeier aus Neustrelitz hat seinen Balkon ungewöhnlichen Gästen überlassen: Zwei Vögeln, die in einer Kunststoff-Tanne ihr Nest gebaut haben.

Ein Nest im Weihnachtsbaum – wie gemütlich.
Susanne Böhm Ein Nest im Weihnachtsbaum – wie gemütlich.

Ungewöhnliche Gäste haben sich auf dem Balkon von Kurt Kollmeier in Neustrelitz eingenistet. In einem Kunststoff-Weihnachtsbaum, der seit dem Winter draußen steht, hat ein Grünfinken-Pärchen ein Nest gebaut. In der Mulde aus Halmen, Zweigen, Moos und Federn liegen fünf weiß-braun gefleckte Eier. Das Weibchen brütet fleißig. Wenn in den nächsten 14 Tagen die Jungen schlüpfen, wird das Männchen beim Füttern helfen.

Für Kurt Kollmeier ist das Brutgeschehen nur wenige Zentimeter vor seinem Wohnzimmerfenster der Hit. Der 73-Jährige mag Vögel, züchtet in seinem Schrebergarten Brieftauben. Die „Geburt“ der kleinen Grünfinken verfolgt er mit Interesse. „Ich freue mich schon darauf, wenn die fünf mit aufgesperrten Schnäbeln im Nest hocken und von ihren Eltern gefüttert werden.“

Seit Februar ist der Balkon tabu

Schon im Februar entdeckten die Grünfinken die Plastiktanne für sich. Kurt Kollmeier saß gerade Zeitung lesend auf dem Sofa, als er im Augenwinkel eine Bewegung bemerkte. „Ich schaute auf und sah, dass Vögel Nistmaterial in den Baum schleppten.“ Von da an war der Balkon für Menschen tabu. Schließlich dürfen die Finken nicht gestört werden. Kurt Kollmeier will seinen Balkon so lange nicht benutzen, bis die Jungen ausgeflogen sind. Stattdessen hat er Freude daran, seine neuen Mitbewohner durchs Fenster zu beobachten und jeden Fortschritt zu registrieren. „14 Tage haben sie gebaut, am 27. Februar das erste Ei gelegt.“

Wenn die Küken geschlüpft sind, will Kurt Kollmeier seine gefiederten Freunde unterstützen. „Dann stelle ich ihnen ein Schälchen mit Vogelfutter nach draußen. Das freut sie bestimmt.“

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