Kein Ausweg in Sicht:

Für Flügel ist das Schloss zu klein

Endlich können im Mirower Schloss auch Konzerte stattfinden - doch leider passt ein Flügel nicht durchs denkmalgerecht hergerichtete Treppenhaus. Es behindertengerecht zu sanieren, war schon kompliziert genug.

Nach jahrelanger Sanierung ist das Mirower Schloss im Sommer wieder eröffnet worden. Doch im Innern lauert wohl noch manche Überraschung ...
Bernd Wüstneck; Montage: Jörg van Betteray Nach jahrelanger Sanierung ist das Mirower Schloss im Sommer wieder eröffnet worden. Doch im Innern lauert wohl noch manche Überraschung ...

Zu Zeiten von Prinzessin Sophie Charlotte wurde nicht Flügel gespielt, weil er noch nicht erfunden war. Das Tasteninstrument der Wahl war das wesentlich kleinere Cembalo. Damit wäre wohl nicht passiert, was am Wochenende den Musikfreunden beim Internationalen Festival der Künste widerfuhr: Der Konzertflügel blieb  im Treppenhaus des Barockbaus stecken. Ein Teil des Abschlusskonzertes musste in die Remise verlegt werden.

Henry Tesch, Vorsitzender des veranstaltenden Residenzschlossvereins, hofft nun auf Klärung, wie künftig ein Flügel ins Schloss gelangen kann. Kuratorin Friederike Drinkuth von der Schlösserverwaltung des Landes macht indessen deutlich, dass an einen Umbau der aus dem Jahr 1711 stammenden Treppe aus denkmalpflegerischen wie aus statischen Gründen nicht zu denken ist. "Es ist ein barockes Haus, und das können wir nun mal nicht größer machen."

Auch während der Sanierungsphase hätten keine Vorkehrungen getroffen werden können, um später einen Flügel ins Haus zu bekommen. "Das ist nicht wie bei einer Tiefgarage, wo der Bauherr anschließend zur Rechenschaft gezogen werden kann, weil die Höhe nicht stimmt. Uns hat vor der gescheiterten Aktion schlichtweg niemand nach den Maßen des Treppenhauses gefragt", sagt sie. Kompliziert genug sei es gewesen, einen Aufzug zu installieren, um das Gebäude behindertenfreudlich herrichten zu können.