Ein Jahr ohne:

Fusion, Du wirst Mirow 2017 fehlen!

Ein Jahr ohne Mega-Festival – das ist man in Mirow und Umgebung gar nicht mehr gewohnt. Die gigantische Freiluftparty hat sich zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt, den viele Unternehmen fest einplanen. Doch 2017 gibt es keine Fusion. Da drohen Umsatzeinbußen.

Die Supermärkte in Mirow sind für Fusion-Gäste die beste Möglichkeit, noch mal ordentlich einzukaufen, bevor sie die Party genießen.
Susanne Böhm Die Supermärkte in Mirow sind für Fusion-Gäste die beste Möglichkeit, noch mal ordentlich einzukaufen, bevor sie die Party genießen.

Zehn Tage nach der Fusion in Lärz dürften wohl fast alle Festival-Gäste die Heimreise angetreten haben. Die Region hat 65 000 junge Leute weniger, es ist wieder still in Lärz, Mirow und Umgebung. Erst in zwei Jahren reist das bunte Partyvolk  wieder an, denn im nächsten Jahr fällt das Freiluftspektakel erstmals seit 20 Jahren aus. Den einen oder anderen mag das freuen, doch viele Einzelhändler, Gastronomen, Logistiker, Servicedienstleister und Verkehrsbetriebe rechnen mit zum Teil erheblichen Umsatzeinbußen.

„Da wirken 2000 Künstler mit. Fast alle übernachten in Hotels und Pensionen. In Mirow sind viele Beherbergungsbetriebe durch die Fusion voll ausgebucht“, sagt Bürgermeister Karlo Schmettau. Auch das Mirower Strandhotel nimmt immer einige Künstler und Gäste auf. „Wir sehen im nächsten Jahr keinen Rieseneinbruch auf uns zukommen, aber es wird sich auch bei uns bemerkbar machen, dass die Fusion ausfällt“, sagt Rico Stegemann.  Viele Gäste fahren über Mirow nach Lärz und decken sich in der Kleinstadt mit Lebensmitteln ein.

Festival war immer eine feste Bank

„Wir rechnen im Juli 2017 mit 20 Prozent Umsatzeinbußen“, sagt Kerstin Schultz, die zusammen mit ihrem Mann den Edeka-Markt in Mirow betreibt. Die Absage der Fusion treffe sie besonders, weil sie nicht nur direkt an die Verbraucher verkaufe, sondern auch die Händler auf dem Festival-Gelände beliefere. Aber auch die Einnahmen durch die Festival-Gäste, die in den Markt kommen, seien immer eine feste Bank gewesen.

So sieht das auch Karlo Schmettau. „Die Unternehmer haben Umsatzeinbußen und die Stadt rechnet im nächsten Jahr mit 30 000 Euro weniger Gewerbesteuereinnahmen. Die Fusion ist für Mirow und Umgebung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“