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Gab’s beim Trinkgelage eine Morddrohung?

Vier Männer treffen sich zum Zechen, lassen es ordentlich krachen – und dann gibt einer an, von den anderen misshandelt worden zu sein. Der Einblick ins Trinkermilieu aber musste vorm Neustrelitzer Amtsgericht unvollständig bleiben.

Bei der Tat muss mächtig viel Alkohol im Spiel gewesen sein.
A3446 Patrick Seeger Bei der Tat muss mächtig viel Alkohol im Spiel gewesen sein.

Mit der Anhörung der drei Angeklagten musste es der Richter am Mittwochvormittag im Prozess um Prügel, Morddrohungen und eine Messerattacke bewenden lassen. Der einzige Zeuge der Anklage, dem die Misshandlungen bei einem gemeinsamen Trinkgelage mit dem beschuldigten Trio angetan worden sein sollen, erschien nicht zur Verhandlung.

Der hohe Alkoholspiegel zur Tatzeit - bei einem der Angeklagten wurden am nächsten Morgen immer noch 2,51 Promille gemessen - sorgt dafür, dass das Geschehen schwerlich aufzuklären sein wird. Zeuge K., der ebenfalls gern dem Alkohol zusprechen soll, war in der Nacht nach der vermeintlichen Tat bei der Polizei erschienen, hatte Verletzungen aufgewiesen und von Faustschlägen, einem Messer an der Kehle und Drohungen wie „Ich bring dich um“ berichtet.

Fortsetzung bereits an anderem Gericht

Doch eines war den drei Angeklagten in der Verhandlung gleich: Alle drei bestritten, K. zu nahe gekommen zu sein. Einer konnte sich nur erinnern, „völlig breit“ in der Wohnung gelegen zu haben, ein weiterer will sich dort „höchstens eine halbe Stunde“ aufgehalten haben. Und der Wohnungs­inhaber habe bereits geschlafen.

Die Verhandlung nun erst im kommenden Jahr fortgesetzt. Das bedeutet, die Beteiligten müssen sich dann auf den Weg zum Amtsgericht nach Waren machen. Denn ab Februar 2015 wird das Neustrelitzer Amtsgericht nur noch dessen Zweigstelle sein.