Gutachter bescheinigt schlimme Zustände:

Stadt reißt Schrott-Spielplatz ab

Die Mängelliste auf dem Woldegker Spielplatz ist superlang. Fast alle Spielgeräte sind kaputt. Und ein Kind hatte sich bereits schwer verletzt. Doch jetzt hat die Stadt festgestellt, dass es um den Platz noch schlimmer bestellt ist, als zunächst angenommen.

Hier hält nichts mehr. Jetzt wurden drei der sechs Spielgeräte abgebaut.
M. Balzer Hier hält nichts mehr. Jetzt wurden drei der sechs Spielgeräte abgebaut.

Rückbau. Das ist die Konsequenz, die die Woldegker am Freitag gezogen haben. Die Mitarbeiter des Stadtbauhofes rückten an, um Wippe, Schaukel und Rutsche abzubauen. Nachdem Eltern auf die zahlreichen Probleme auf dem Woldegker Spielplatz aufmerksam gemacht hatten, auf dem sich sogar ein Junge schwer verletzt hatte, ist die Stadt aktiv geworden.

"Wir hatten in dieser Woche einen Sachverständigen vor Ort", sagt Ordnungsamtsleiter Manfred Balzer. Der habe die sechs Spielgeräte intensiv begutachtet. Das Ergebnis: Die Schäden sind noch weit gewaltiger als zunächst angenommen. "Wir haben noch weitere Mängel festgestellt." Ein großes Klettergerüst steht nicht mehr sicher und muss abgebaut werden. Die Wippe sei kaum noch zu gebraucht. Auch sie ist abgebaut. "Wir müssen den Spielplatz sichern, dass nicht noch einmal etwas passiert", begründet Manfred Balzer jetzt die drastischen Maßnahmen.

Jetzt passiert endlich was

Bei der Stadtverwaltung war der Spielplatz in Vergessenheit geraten, räumt der Ordnungsamtsleiter ein. "Wir haben einen Fehler gemacht." Jetzt werde aber gehandelt. In dieser Woche hatten eine Menge Eltern auf das Spielplatz-Problem aufmerksam gemacht. Hier muss sich etwas ändern, forderten sie. Mütter und Väter bangen auf dem Platz seit Längerem um die Sicherheit ihrer Kinder.

Zu Recht, räumt jetzt die Verwaltung ein. 15 Jahre seien die Geräte alt. Die Nutzungsdauer dafür sei abgelaufen. Die letzte Überprüfung habe 2013 stattgefunden. Die Mitarbeiter des Bauhofes fahren wöchentlich die Spielplätze ab. "Wir sind dankbar für die Anregung", so Balzer. "Das ist Anlass für uns, alle Spielplätze zu untersuchen - nicht nur augenscheinlich, sondern eine tiefgründige Kontrolle wird erfolgen", verspricht der Mann aus dem Amt.

Doch wie geht es jetzt weiter mit dem Spielplatz ohne Spielgeräte an der Stadtmauer? Nachdem der Sachverständige sein Urteil gefällt hatte, sieht es nun traurig auf dem Gelände aus. Mit drei Geräten müssen sich die Jungen und Mädchen begnügen. "Schon in der kommenden Woche gibt es aber eine Arbeitsberatung mit unserem Landschaftsarchitekten", betont Manfred Balzer. Dann muss über eine Neugestaltung nachgedacht werden, da die Reparatur der Geräte vermutlich teurer wird, als eine Neuanschaffung. Der Haushalt der Stadt sei noch nicht beschlossen. Geld für neue Spielgeräte müsse jetzt eingestellt werden.

Eltern dürfen nicht reparieren

Inzwischen haben auch die Eltern angepackt und auf dem Platz für Ordnung gesorgt. Mehrere Müllsäcke wurden mit Unrat gefüllt. Nachdem der Nordkurier über die Probleme in Woldegk berichtet hatte, kam ein Vorschlag eines Lesers, dass die Eltern doch selber Hand anlegen sollen, um die Gefahrenstellen zu beseitigen. "Zeit zum Meckern ist immer", so der Leser. "Ich kann mich an Zeiten entsinnen, da wurde so was an einem Sonnabend erledigt, ohne lange zu meckern und Schuldige zu suchen." Doch die Zeiten sind vorbei. Die Stadt allein trägt die Verantwortung für die Spielgeräte, macht Manfred Balzer unmissverständlich deutlich. Da dürfe gar nicht so ohne weiteres jeder Hand anlegen.