Stadtförster auf Kontrollgang:

Gefährliche Raupe ist noch nicht im Tiergarten

Die Eichenprozessionsspinner sind auf dem Vormarsch. Auch die Seenplatte haben sie erreicht. Das ist bekannt. Eine Frau macht sich jetzt aber Sorgen, dass sogar  Neustrelitz betroffen ist. Bei ihr waren nach einem Spaziergang entlang des Tiergartens allergische Reaktionen aufgetreten.

So sieht der Eichenprozessionsspinner aus. Noch soll er nicht in Neustrelitz angekommen sein.
Patrick Pleul So sieht der Eichenprozessionsspinner aus. Noch soll er nicht in Neustrelitz angekommen sein.

Ist der Eichenprozessionsspinner jetzt auch im Tiergarten Neustrelitz oder in dessen Umgebung angekommen? Eine Neustrelitzerin hatte nach einem Spaziergang im Bereich des Tiergartens über allergische Reaktionen auf der Haut geklagt, wie der Nordkurier erfuhr. Sie fürchtet nun, dass der Eichenprozessionsspinner sich dort am Tiergarten ausgebreitet hat.

Der Nordkurier wandte sich an Stadtförster Peter Höfener und den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, wo im dortigen Gesundheitsamt die Vorkommen erfasst werden. Der Stadtförster habe das Gebiet kontrolliert. Weder im Tiergarten noch in seiner Umgebung sei ein Vorkommen der gefährlichen Raupe entdeckt worden, teilt Landkreissprecherin Annett Thurm dem Nordkurier auf Nachfrage mit.

Ein Informationsblatt zum Eichenprozessionsspinner findet sich auf der Internetseite des Landkreises. Dort können Bürger, die meinen, den Eichenprozessionsspinner auch in ihrer Nähe beobachtet zu haben, einen Fragebogen ausfüllen.

Warmer Frühling gefällt den Insekten

Von den 1000 Eichen an den Straßen in der Mecklenburgischen Seenplatte sind derzeit rund 200 Bäume von Raupen befallen. Hauptsächlich entlang der Landstraße 241 bei Priborn, Röbel und Buchholz wurden Vorkommen entdeckt.

Die Brennhaare der Raupenlarve  können Atembeschwerden, Juckreiz und Entzündungen auslösen. Dass in den Brennhaaren enthaltende Nesselgift Thaumetopoein verursacht aber auch Schwindel und Fieber. In Ausnahmefällen kann es sogar einen lebensgefährlichen allergischer Schock hervorrufen.

Nach Einschätzung von Experten hat sich  der Eichenprozessionsspinner – ein an sich unscheinbarer Nachtfalter – immer weiter ausgebreitet. Die Fachleute machen dafür die gestiegenen Temperaturen vor allem im Frühling verantwortlich.

Häufig wird den Raupen mit chemischen Stoffen zu Leibe gerückt. Solche Maßnahmen sind derzeit im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nicht geplant. Für den Einsatz von Gift bestehe gegenwärtig keine Notwendigkeit, teilt eine Sprecherin der Kreisverwaltung dazu mit.

Straßenmeisterei hat einen Baumwart

Der Eichenprozessionsspinner sei in der Region noch keine Massenerscheinung. Und auch für die Eichen ist der Schädling keine akute Bedrohung. Zwar können die hungrigen Raupen einen ganzen Baum kahl fressen. „Aber Eichen sind hart im Nehmen“, sagt Ralph-Michael Nickel vom Straßenbauamt Neustrelitz. Einen einmaligen Kahlfraß würden die Bäume überstehen.

In jeder Straßenmeisterei gibt es laut Nickel einen Baumwart, der Ausschau nach den Raupen hält. Auch die Forstämter beschränken sich vorerst auf die regelmäßige Kontrolle ihrer Bestände. Werden Vorkommen, beispielsweise außerhalb geschlossener Ortschaften, entdeckt, wird zunächst ein Schild aufgestellt.

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Kommentare (1)

Ich bin aus NZ und FFL-Zertifizierter Baumkontrolleur im Rhein-Main Gebiet, und kontolliere unteranderem Eichen auf EPS-Befall. Da ich oft oben zu Besuch bin, werfe ich immer wiedermal einen Blick auf die Bäume dort, aus eigeninteresse. Und konnte schon einigemale Protzies oder Spuren die auf Sie hinweisen entdeckenen. Aber ich vermute das sie noch nicht im gefährlichen 3.Stadium sind. Wenn dann war dort eher ein altes Nest, worauf, wenn überhaupt, die Frau allergisch reagiert hat. Also letztendlich sie sind schon da auch wenn man sie nicht immer sieht wollt ich nur sagen. ✌