Neue Ideen im Landeszentrum für erneuerbare Energien :

Geld für eine pupsende Kuh in Neustrelitz

Nein, schön ist der Müritz-Ötzi aus Rechlin beileibe nicht. Dennoch hat es gereicht, ihn in Neustrelitz zum Schaustück zu machen. Jetzt darf er auch noch bei der fast 800 000 Euro teuren Energie-Show mitmachen. Und aus Schwerin gibt es viel Kohle für den Alten und sogar für ein Rindvieh. Wie ist das zu verstehen?

Wer den Schwanz dieser Kuh anhebt, hört etwas.
Repro: Erlebniscontor GmbH Wer den Schwanz dieser Kuh anhebt, hört etwas.

Wer hat schon einmal ein Flussbett betreten, ohne sich die Füße dabei nass zu machen? Wo kann man sich auf einem Floß wie auf hoher See fühlen, ohne sich Gefahren auszusetzen? Wo pupsen Kühe, um die Wirkung von Biogas-Anlagen darzustellen? Und über allem hängt erhobenen Hauptes der Müritz-Ötzi aus Rechlin. Noch ist nur der Ötzi da. Noch handelt es sich bei diesen scheinbar sonderbaren Ideen um Entwürfe, die lediglich zu Papier gebracht wurden. Und noch steht auf 170 Quadratmetern im Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) keine Kuh und auch kein Floß. Aber seit Mittwoch ist das Geld dafür da, um diese und viele weitere Exponate anzuschaffen. Und ab November soll eine Ausstellung eröffnen, die sich dem Thema erneuerbare Energien unter anderem auch pupsend auf ganz andere Art und Weise widmet.

Fast 800 000 Euro sind eine Menge Geld, nur um eine Ausstellung mit Exponaten auszustatten. Das Geld ist nötig, um all das umzusetzen, was auf dem Papier entstanden ist. Energieminister Christian Pegel (SPD) brachte am Mittwoch die Hälfe der Summe persönlich vorbei. Die andere Hälfte hatte Dr. Thomas Pyhel von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Gepäck. Jetzt sollen in Neustrelitz alle Register gezogen werden, um den letzten Baustein in einem der Vorzeigeobjekte der Kleinstadt zu verbauen. Ein Baustein, der künftig eine Menge mehr Gäste anlocken soll und mit dem das Zentrum einen krönenden Abschluss bekommt.

Kein trockenes Thema

Kein Wunder, dass der Empfang im Leea groß ausfiel. „Seit drei Jahren versuchen wir, Geld für die Dauerausstellung zu bekommen“, machte der Neustrelitzer Landtagsabgeordnete Vincent Kokert (CDU) deutlich. Jetzt nimmt die „Ressourcenkammer Erde“ Gestalt an. Und wer fast 800 000 Euro verbaut, steht in der Pflicht. „Für die Dauerausstellung wurden unterschiedliche Medien, Exponattypen und interaktive Exponate konzipiert“, heißt es eher trocken in der Pressemitteilung des Ministeriums. So trocken das Thema auch scheint. Falk Roloff-Ahrend vom Leea kann anhand von Bildern verdeutlichen, dass dahinter keine Nullachtfünfzehn-Schau steckt, sondern im Leea eine regelrechte Energie-Show realisiert werden soll. Mit Ötzi, Floß und Kuh gibt es insgesamt 15 dieser interaktiven Teile, in neun Bereichen – mit allen Sinnen spürbar. Vor der Tür entsteht ein Spielgerät, das eigentlich ein Energiekraftwerk ist. Auf 500 Quadratmetern soll gepumpt werden, bis sich das Wasserrad dreht.

Sonne und Erde, Wasser, Wind – jeder Ressource wird Bedeutung beigemessen. Jetzt entsteht das Herzstück des Hauses, meint Minister Pegel. Stadtwerke-Chef Frank Schmetzke, unter dessen Obhut das Leea steht, dürfte auf einen starken Schlag des Herzens hoffen, denn auch die Neustrelitzer finanzieren einen Teil des Leea-Projektes als Strom-, Wasser- und Gaskunden mit.