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Gemeinden zittern vor Vollsperrung der B 96

Ab Mai begegnen sich Tausende Lastwagen, Autos, Radfahrer und Wanderer auf schmalen Straßen und in scharfen Kurven zwischen Wesenberg und Canow. Das wird eng, befürchten der Amtsvorsteher der Kleinseenplatte und Wesenbergs Bürgermeister. Doch das Nachbarland Brandenburg lenkt nicht ein. 

Noch ist es ruhig auf Wustrows Ortsdurchfahrt. Mit der Vollsperrung der B 96 in Fürstenberg ab Mai wird sich das schlagartig ändern.
Susanne Böhm Noch ist es ruhig auf Wustrows Ortsdurchfahrt. Mit der Vollsperrung der B 96 in Fürstenberg ab Mai wird sich das schlagartig ändern.

Die Vollsperrung der Bundesstraße 96 in Fürstenberg rückt näher, und damit wächst die Skepsis in den von der Umleitung betroffenen Dörfern und Städten. Denn wenn nach Pfingsten die Hauptverkehrsader zwischen Berlin und der Ostsee gekappt und der Verkehr über Wesenberg, Wustrow, Canow und Rheinsberg umgeleitet wird, quälen sich täglich rund 6500 Lkw und Pkw über schmale Straßen und durch scharfe Kurven. Dazu kommen viele Fahrradfahrer und Wanderer, die ihren Urlaub in der landschaftlich reizvollen Gegend verbringen. 

Ein solches Gewimmel auf den engen Ortsdurchfahrten und Landstraßen – das geht nicht gut, befürchtet Heiko Kruse (CDU), Amtsvorsteher der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Zusammen mit Wesenbergs Bürgermeister Helmut Hamp (BfW) hat er eine Petition an Landrat Heiko Kärger (CDU) geschrieben. Ihre Forderung: Die Umleitung darf nicht über die Bundesstraßen 122 und 198 führen.

Der Kreis hat nichts zu sagen

Das sieht die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises genauso, allerdings ist das Amt in diesem Fall machtlos, erklärte Thomas Müller (CDU), Beigeordneter des Landrates, in einem Antwortschreiben. Die Straßensanierung mit Vollsperrung in Fürstenberg und damit auch die Umleitung sei eine Baumaßnahme des Landes Brandenburg. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sei nicht befugt, die Umleitung zu verhindern.

Er habe lediglich das Recht, eine Stellungnahme abzugeben und dies bereits getan. Brandenburg sei jedoch bislang nicht von seiner geplanten Umleitungsstrecke abgewichen. Auch wenn die B 122 eher aussieht, wie eine Kreisstraße, ist sie eine Bundesstraße. Als solche sei sie Teil eines zusammenhängenden Verkehrsnetzes und habe einem weiträumigen Verkehr zu dienen. Heiko Kruse hofft nun, dass wenigstens die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Wustrow auf 30 Kilometer pro Stunde herabgesetzt wird. „Der Landkreis hat uns versprochen, dass das bis Pfingsten etwas wird. In Canow haben wir schon 30 km/h.“