Hundefreunde wollen eine Belohnung aussetzen:

Gemeinsam gegen den Giftmischer

Weitere Tierbesitzer melden sich zu Wort, deren Hunde auch vergiftet worden sein sollen. In Wesenberg gründet sich sogar eine Gruppe, die Informationen sammeln und eine Belohnung für Hinweise auf den Täter ausloben will. Die Polizei sieht das nicht ganz ohne Probleme.

Leben Hunde in der Strelitzer Region gefährlich? Erneut wird von Giftködern berichtet.
Bernd Thissen, Marc Müller (Montage) Leben Hunde in der Strelitzer Region gefährlich? Erneut wird von Giftködern berichtet.

Die Empörung über den Hundevergifter von Wesenberg ebbt nicht ab. Immer mehr Hundebesitzer melden sich zu Wort, deren Tiere auch Gift zum Opfer gefallen sein sollen. „Unser Hund starb am 3. Dezember, nachdem er Rattengift gefressen hatte“, schreibt Nadine Schuldt aus Groß Trebbow via Internet-Plattform Facebook an den Nordkurier. Ein Tierarzt habe ihre Duffy einschläfern müssen. Auch in Neustrelitz soll es Fälle gegeben haben. Ein Nordkurier-Leser setzte 100 Euro Kopfgeld für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen.

In Wesenberg schlossen sich sogar Tierfreunde zusammen, die die Polizei bei den Ermittlungen unterstützen möchten. Die Gruppe „Hundefreunde Wesenberg – gemeinsam gegen den Hundemörder“ wurde aus dem Boden gestampft. „Wir wollen Informationen zu den aktuellen Vorfällen sammeln“, erklärt die Gruppe. Auch sie will eine Belohnung für Hinweise zur Ermittlung des Täters aussetzen. „Wir haben vor, ein Spendenkonto aufzumachen.“ Die Tierschutzorganisation Peta sei bereits angeschrieben worden, habe aber noch nicht geantwortet. Zwölf Mitglieder gehören den Hundefreunden an.

Keine Angaben zum Stand der Ermittlungen

Die Polizei fahndet derweil weiter. Grundsätzlich begrüßen die Ermittler die Initiativen aus der Bevölkerung. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar. Jeder ist aufgerufen, Hand in Hand mit uns zusammenzuarbeiten. Wenn es der Gruppe um objektive Informationsgewinnung geht, kann ihre Arbeit der Wahrheitsfindung dienen“, so Polizeisprecherin Karen Lütge.

Eine Belohnung für Hinweise sei jedoch problematisch. Oft gebe es nicht den einen alles entscheidenden Hinweis, der zum Täter führt, sondern mehrere erfolgreiche Tipps. Dann sei es schwer, zu entscheiden, wem das Geld gebührt. „Wenn jemand gewillt ist, eine Belohnung auszusetzen, dann muss er das unabhängig von der Polizei organisieren.“

Auf die Ermittlungsarbeiten hätten Aktionen aus der Bevölkerung keinen Einfluss. „Wir tun unsere Arbeit unabhängig davon, ob jemand Geld bezahlt.“ Karen Lütge warnt vor Hysterie. „Nicht jeder kranke Hund wurde vergiftet.“ Wer einen Hund hat, der Symptome zeigt, müsse unbedingt zum Tierarzt gehen. Nur ein Veterinärmediziner könne erkennen, ob es sich um eine Vergiftung oder um eine gewöhnliche Krankheit handelt. Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen gab die Polizeisprecherin keine Auskunft.

 

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Kommentare (1)

Da wird die Unterstützung durch die Stadt Wesenberg und das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte sicher nicht lange auf sich warten lassen! Man kann ja davon ausgehen, dass die jährlich an das Amt abgeführte Hundesteuer für genau solche Zwecke angespart wird. ;) Zusätzlich ist das natürlich auch eine Frage des Images, denn wer will schon bei den "Hundevergiftern" Urlaub machen? Lars Hoffmann, Wesenberg