Für den vollen Empfang:

Geschützte Baumriesen werden gefällt

Weil Alleebäume vor dem Luft- und Raumfahrtzentrum den Satelliten-Empfang stören, müssen sie weichen. Doch das ist mit sehr viel Aufwand verbunden.

Gutachter Volker Meitzner prüft die Alleebäume am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Er untersucht, ob die Bäume, die an dieser Stelle der Säge zum Opfer fallen sollen, Eremiten oder auch Fledermäuse beherbergen. Hier ist er mit einem Endoskop unterwegs.
Anett Seidel Gutachter Volker Meitzner prüft die Alleebäume am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Er untersucht, ob die Bäume, die an dieser Stelle der Säge zum Opfer fallen sollen, Eremiten oder auch Fledermäuse beherbergen. Hier ist er mit einem Endoskop unterwegs.

Bevor die Säge angesetzt wird, muss ein Gutachter her, der den Baum genau inspiziert. Am Freitag hat Experte Volker Meitzner aus Neubrandenburg deshalb die Alleebäume vor dem Deutschen Luft- und Raumfahrzentrum (DLR) in Neustrelitz inspiziert. Mit Taschenlampe und Endoskop machte er sich auf die Suche nach Fledermäusen oder Rosenkäfern, die möglicherweise ihr Domizil in den Pflanzen bezogen haben. Denn, ein Teil der Gehölze, die an dieser Stelle gefällt werden sollen, stehen unter Schutz. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung darf nun die Säge walten. Das ist nötig, damit die Satelliten auf dem Gelände des DLR vollen Empfang haben.

Auf dem Gelände des Unternehmens wurde gerade erst im vergangenen Jahr eine neue Antenne installiert. Neue Satellitenmissionen plant das Unternehmen damit. Doch die Bäume in unmittelbarer Nähe sind in den vergangenen Jahren gewachsen und damit ist der Empfang aus dem All schlechter geworden.

Hohe Auflagen sind mit dem Fällen der wertvollen Bäume verbunden. Die Ausnahmegenehmigung liegt vor und am Freitag rückten die Mitarbeiter des Neubrandenburger Landschaftsbaubetriebes Wegner an, um die ersten Bäume zu fällen. „Insgesamt dürfen 89 Bäume straßenbegleitend gefällt werden“, heißt es aus dem Rathaus. 24 Alleebäume, 13 geschützte Bäume und 52 nicht gesetzlich geschützte Bäume fallen der Säge zum Opfer.

Für den Verlust der Alleebäume und der Gehölzbestände soll ein Ausgleich geschaffen werden. Kleinkronige Bäume sollen dort jetzt wachsen, die maximal zehn Meter hoch werden.

 

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