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Godendorfer ärgern sich über Wildcamper

Der Godendorfer See ist ein Idyll im Naturpark. Hier fühlt sich zum Beispiel der Biber pudelwohl. Leider nicht nur der. Das beschauliche Seeufer wird immer wieder von illegalen Campern aufgesucht.

Schwarzzelter haben sich am Godendorfer See eingerichtet. Das finden Anwohner und Naturparkmitarbeiter gar nicht gut.
Tobias Lemke Schwarzzelter haben sich am Godendorfer See eingerichtet. Das finden Anwohner und Naturparkmitarbeiter gar nicht gut.

„Die sind schon die ganze Woche da, und lange nicht die einzigen und ersten in diesem Sommer“, erzählt eine Godendorferin, die mit ihren beiden Kindern am See angelt. Rund 200 Meter hinter der Badestelle stehen zwei Zelte und ein Auto im Wald. Wildcamper haben das Gelände mitten im Naturpark Feldberger Seenlandschaft für sich eingenommen.

Die Unsitte ist am Godendorfer See zur gängigen Praxis geworden. An der Stelle habe sich das leider eingebürgert, meint die Anwohnerin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. „Früher war es der Uferbereich beim Friedhof und seit der Weg dort dicht ist, sind die Schwarzzelter eben hier“, sagt sie fast resignierend. Das Angeln – sofern eine Angelkarte gekauft wurde – sei ja in Ordnung. Dass aber mit den Autos bis ans Ufer gefahren wird, der kleine Mülleimer an der Badestelle überquillt und im Zelt genächtigt wird, eben nicht. Nur wenige Meter neben dem verbotenen Zeltplatz hat zum Beispiel eine Biberfamilie ihre Burg.

Über den Naturschützer Fred Bollmann sind die Anwohnerbeschwerden inzwischen auch auf dem Schreibtisch von Naturparkleiter Peter Wernicke gelandet. „Wildes Campen ist natürlich im gesamten Landschaftsschutzgebiet verboten“, sagt er klipp und klar. Dennoch seien Schwarzzelter seit Jahren ein Dauerproblem. Im Vorjahr wurden 56 Fälle festgestellt, wobei Wernicke von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgeht. Die Naturpark-Ranger würden zwar versuchen, den Kontrolldruck aufrechtzuerhalten, können aber nicht immer und überall zur Stelle sein. „Daher konzentrieren wir uns auf Schwerpunktbereiche“, erklärt Wernicke.