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Großer Bahnhof für das Leberblümchen

Von unserem RedaktionsmitgliedSusanne BöhmDer violette Frühblüherist Blume des Jahres 2013. In Feldbergs Wäldern wächst die selten gewordene Pflanze ...

Das Leberblümchen war gestern Thema einer Fachtagung in Feldberg. [KT_CREDIT] FOTOs: Susanne Böhm

Von unserem Redaktionsmitglied
Susanne Böhm

Der violette Frühblüher
ist Blume des Jahres 2013. In Feldbergs Wäldern wächst die selten gewordene Pflanze noch.

Feldberg.Große Aufmerksamkeit wird einem unscheinbaren Pflänzchen zuteil: Dem Leberblümchen. Der violette Frühblüher wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2013 ernannt. Gestern setzten sich 38 Naturschützer, Forstleute und Behördenvertreter bei einer Tagung in Feldberg mit der geschützten Pflanze und ihrem Lebensraum auseinander. Vor Jahrzehnten hat das Leberblümchen in den Wäldern noch dichte lilafarbene Teppiche gebildet, heute steht es in vielen Bundesländern auf der Liste der bedrohten Arten. Im Raum Hamburg und Berlin gilt als ausgestorben, sagte Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung.
Im Raum Feldberg hingegen ist das Leberblümchen noch zu finden. Davon überzeugten sich die Tagungsteilnehmer bei einer Exkursion mit eigenen Augen. An einem bewaldeten Hang am Haussee schmückten violette Farbtupfer den braunen Laubteppich. „Das Leberblümchen wächst in alten Buchen- und Mischwäldern, die einen kalk- und humusreichen Boden haben“, erklärte Udo Steinhäuser vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Der Anbau von Nadelholz-Monokulturen, Maschineneinsatz in der Forstwirtschaft, aber auch das Ausgraben für Hausgärten haben dazu geführt, dass die Massenvorkommen früherer Jahrzehnte selten geworden sind.“
Weil die Samen der Pflanze von Ameisen verbreitet werden, dauere es sehr lange, bis sie neue Gebiete besiedelt. Sie sei darum nur an Orten zu finden, an denen schon sehr lange Wald wächst. Die Blume des Jahres 2013 gelte als Indikator für die alten Waldstandorte. Mit ihr wolle die Stiftung auf die ganze Lebensgemeinschaft der alten Wälder aufmerksam machen, mit all ihren Pflanzen, Insekten, Pilzen und anderen Organismen. Auch die Serrahner Bestände seien ein schönes Beispiel für gesunde, alte, naturnahe Wälder. Es müsse mehr solcher Ökosysteme geben.

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