Maroder Plattenbau:

Haus am Tiergarten hat als Schule ausgedient

In den Ferien sind die Umzugswagen vor die Neustrelitzer Förderschule gefahren. Das Haus wird leer gezogen. Für den Plattenbau am Stadtzentrum stehen die Zeichen auf Abriss. Viel mehr als Ideen für die Zeit danach hat die Stadt aber noch nicht.

Der Plattenbau am Neustrelitzer Stadtzentrum gilt als nicht sanierungsfähig. Doch für einen Abriss fehlt dem Kreis wohl das Geld.
Anett Seidel Der Plattenbau am Neustrelitzer Stadtzentrum gilt als nicht sanierungsfähig. Doch für einen Abriss fehlt dem Kreis wohl das Geld.

Die Schuluhr an der Fassade ist irgendwann um 10.30 Uhr stehen geblieben. Vielleicht war es genau zu der Zeit als die Jungen und Mädchen der Förderschule in die Ferien geschickt wurden. Symbolträchtig wäre dies allemal, denn es ist das letzte Mal gewesen, dass in dem Haus am Tiergarten in Neustrelitz die Schüler ihre Zeugnisse bekommen. Die Ära der Förderschule geht an dieser Stelle zu Ende.

Dennoch verliert die Einrichtung nicht ihre Selbstständigkeit, wird aus dem Landratsamt betont. Der Landkreis ist Träger der Bildungsstätte. Ab kommendem Schuljahr lernen die Jungen und Mädchen nicht mehr am Tiergarten, sondern in der Beruflichen Schule in der Hittenkoferstraße. Auch die Berufliche Schule büßt damit ihre Selbstständigkeit nicht ein. Nicht ohne Grund steckt der Landkreis die beiden Einrichtungen unter ein Dach. Gerade für die Berufsorientierung der Förderschule könne diese Verbindung behilflich sein, so die Argumentation. Auch an anderen Berufsschulstandorten wird so ein Komplex in Erwägung gezogen, hieß es bereits Anfang des Jahres aus der Kreisverwaltung.

Landkreis will das Haus verkaufen

Nun werden diese Pläne umgesetzt. Die Umzugswagen sind in den Ferien vor die Bildungsstätte gerollt. Das Haus wird geräumt und was danach kommt, steht noch in den Sternen. „Das Gebäude ist nicht mehr zu sanieren“, wird seitens des Landkreises verdeutlicht. Dabei handelt es sich um einen Plattenbau, der 1975 fertiggestellt wurde. Einen Abriss kann sich der Landkreis aber nicht leisten. „Das Haus soll verkauft werden.“

Die Stadt Neustrelitz hat bereits einen Blick auf das ehemalige Schulareal geworfen. Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) gibt es auch einen Plan, wie die Flächen zu nutzen sind. Demnach könnte ein Weg vom Parkplatz Rummelplatz bis zum Tiergarten die Parkplatzsituation an der beliebten Ausflugsstätte entspannen. Allerdings gebe es noch keine Finanzierung für diese Vorhaben. Axel Zimmermann, Leiter im Amt für Stadtplanung und Grundstücksentwicklung, spricht in diesem Fall von Ideen. Derzeit müssten mit dem Landkreis noch Absprachen getroffen werden, was den Ankauf nötiger Teilflächen angehe.

Die beste Option fürs Stadtbild wäre, wenn der Plattenbau dem Erdboden gleichgemacht werden würde. Wenn sich ein Investor finden würde, der dann anschließend auch noch ein Vorhaben präsentiert, das städtebaulich zu vertreten ist, würde die Stadt einen entsprechenden Bebauungsplan für das Areal auf den Weg bringen. Derzeit gibt es lediglich einen Aufstellungsbeschluss, aber noch keinen B- Plan, sagt Axel Zimmermann.

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