Verein statt Einzelkämpfer:

Herr der Bücher gibt Zepter aus der Hand

Der Neustrelitzer Hafenspeicher beherbergt das größte Antiquariat des Landes. Die Nachfolge des langjährigen Betreibers war lange ungeklärt - doch jetzt weiß Bernd Techant sein Lebenswerk in guten Händen.

Neben den Büchern soll auch die bildende Kunst weiter eine Adresse unter dem Speicherdach haben. Das freut Bernd Techant besonders.
André Gross Neben den Büchern soll auch die bildende Kunst weiter eine Adresse unter dem Speicherdach haben. Das freut Bernd Techant besonders.

Das größte Antiquariat in Mecklenburg-Vorpommern scheint gerettet. Das jedenfalls kann der Gründer und langjährige Betreiber Bernd Techant erleichtert berichten. Der im November gegründete Verein der Freunde des Buches will den Weiterbetrieb organisieren.

Die Mitgliederzahl des aus der Not heraus geborenen Zusammenschlusses ist inzwischen auf rund 35 angewachsen. „Wenn sich 20 Leute finden, dann ist jeder von ihnen einmal im Monat dran mit Dienst schieben, und die Öffnungszeiten können so bleiben“, hat Techant ausgerechnet. „Das sollte doch zu machen sein.“

Ab Ostersonnabend sollen die Literaturfreunde wieder ihren Anlaufpunkt haben. Dem Vernehmen nach hat Hausherr Bernd Werdermann großzügige Übergangskonditionen gewährt. Und Bernd Techant will jeden ­seiner Nachfolger einarbeiten. „Schließlich müssen die ­Freiwilligen ja im Groben wissen, wo was steht.“

Gewinn ist hier nicht zu machen

Bis 2004 betrieb Techant in Feldberg ein Antiquariat, dann bis 2008 im Neustrelitzer Marien­palais. Nach zwischenzeitlicher Einlagerung des Bestandes im ehemaligen Kunsthaus in einem kleinen Raum bis unter die Decke eröffnete sich die Möglichkeit, an den Hafen zu ziehen.

Die neue Adresse erwies sich hinsichtlich ihrer Lage und ihres Komforts mit Fahrstuhl und Toiletten als Volltreffer, auch wenn die Menschen nach Einschätzung des Antiquars immer weniger für Literatur ausgeben. „Im Grunde bleibt kein Gewinn übrig, man muss halt Bücher lieben, wenn man das hier betreiben will“, verrät Techant. An guten Tagen zählt er um die 20 Kunden. In der Speicheretage mit ihren knapp 500 Quadratmetern sind zwischen 25 000 und 30 000 Bücher quer durch alle Gebiete untergekommen.

Bernd Techant ist auch froh, dass die Satzung des Vereins ganz im Sinn des Scheidenden ausfiel. Als Beisitzer wird er sich auch bei den Bücher­freunden engagieren. Das Antiquariat bleibt auch ein Begegnungsort mit bildender Kunst. Außerdem sollen spezielle Jugend- und weitere Kulturveranstaltungen angeboten werden.

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