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Hier hat ein Storch die Qual der Wahl

In wenigen Wochen fliegt Meister Adebar überall in der Seenplatte wieder ein. Besonders in Woldegk wird die Rückkehr der Vögel mit Spannung erwartet. Nach einer diffizilen Umsiedlungsaktion im vorigen Jahr fragen sich die Mühlenstädter, für welches Nest sich die Störche wohl entscheiden.

Dachdeckermeister Mathias Gumtz ist gespannt welches Nest der Storch in Woldegk in wenigen Wochen wohl beziehen wird. Sicherheitshalber wurde nämlich das Provisorium stehen gelassen.
Tobias Lemke Dachdeckermeister Mathias Gumtz ist gespannt welches Nest der Storch in Woldegk in wenigen Wochen wohl beziehen wird. Sicherheitshalber wurde nämlich das Provisorium stehen gelassen.

Woldegks Störche können in diesem Jahr unter sage und schreibe drei Nistmöglichkeiten wählen. Und alles nur, weil ihnen im vergangenen Jahr ihr Stammplatz auf dem Kirchendach verwehrt wurde: Das Dach musste saniert werden, die Störche bekamen ein Ausweichquartier.

Mit dem Umzug auf einen neben der Kirche errichteten Strommast taten sich die Vögel zunächst schwer. Statt dessen versuchten sie auf dem Metallgestell zu bauen, das die Dachdecker eigens zur Sperrung des Sockels auf dem Kirchendach angefertigt hatten. Naturfreunde vom Mühlen- und Heimatverein konnten das nicht mehr mit ansehen und bauten daraufhin ein zweites Ausweichquartier auf einem benachbarten Schornstein. Schließlich brütete das Storchenpaar dann doch noch auf dem Strommast.

Und inzwischen hat Woldegks Kirche ihr neues Dach erhalten - samt einer neuen Nisthilfe auf dem Sockel. Das alte immerhin 350 Kilogramm schwere Nest thront weiterhin auf dem Mast neben der Kirche. Es wäre zu aufwendig geworden, es wieder zurück aufs Dach zu hieven.

Dachdeckermeister Gumtz ist überzeugt, dass der Storch sein altes Quartier wieder in Beschlag nimmt. Vielleicht gebe es in Woldegk künftig ja sogar zwei Brutpaare. Damit rechnet der Weisdiner Storchenexperte Werner Mösch vom Naturschutzbund aber eher nicht. Für zwei Storchenfamilien sei das Futterangebot in der Gegend einfach zu klein.Nimmt Meister Adebar übrigens die Nisthilfe auf dem Kirchendach an, so solle der Strommast hinter dem Gotteshaus wieder verschwinden.