Abgeschlossen:

In diesem Jugendklub ist nichts mehr los

Freizeitzentren haben gerade in den Winterferien Hochkonjunktur. Nur in dem Wesenberger Treffpunkt herrscht gähnende Leere. Seitdem Sozialarbeiter Torsten Bähler gekündigt hat, ist die Einrichtung geschlossen. Ein Nachfolger wird gesucht, doch das ist schwierig.

Die Winterferien haben begonnen, doch der Wesenberger Jugenklub ist verwaist.
Susanne Böhm Die Winterferien haben begonnen, doch der Wesenberger Jugenklub ist verwaist.

Es ist kalt, es ist grau und es sind Ferien. Jugendklubs  sind gerade jetzt wichtige Adressen für Kinder und Jugendliche. Viele bieten besondere Ferienprogramme an. Nur im Wesenberger Jugendzentrum herrscht gähnende Leere. Die Tür ist abgeschlossen. Die Einrichtung bleibt auf unbestimmte Zeit zu. Klubleiter Torsten Bähler, der die Einrichtung neun Jahre lang am Laufen hielt, hat gekündigt, weil „es Unstimmigkeiten gab“, wie der Jugendsozialarbeiter dem Nordkurier sagte. Jetzt sucht die Gemeinnützige Innovative Personal- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH Neustrelitz (IPSE), die den Klub betreibt, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Doch das ist schwierig.

Qualifizierte Fachkräfte sind rar gesät. Die Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen wird nicht jedem übertragen. „Die Stelle wird aus EU-Mitteln gefördert, die an gewisse Voraussetzungen gebunden sind“, erklärt IPSE-Geschäftsführerin Irene Neuperth. „Zum Beispiel muss die Person einen qualifizierten Hochschulabschluss haben. Die Situation ist schwierig.“ Es gebe vereinzelt Interessenten für die Stelle. „Eine Bewerbung liegt noch auf meinem Schreibtisch, die muss noch geprüft werden. Gespräche laufen.“

Sollte sich kein passender Kandidat finden, „müssen wir über eine alternative Lösung nachdenken“, so Irene Neuperth. Weiter wollte sie vorerst nicht ins Detail gehen.

Der Jugendklub in der Kleinstadt ist nicht zum ersten Mal in unruhigem Fahrwasser. Bis zum Jahr 2005 wurde der Treffpunkt über Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen betrieben. Dann wurden die Maßnahmen nicht verlängert und die Einrichtung drohte aus finanziellen Gründen, den Bach runter zu gehen. Doch die IPSE übernahm den Klub und rettete ihn durch ein Kombi-Modell mit dem Wustrower Jugendklub. Erst vor zwei Jahren zog der Jugendklub in sein jetziges Domizil im Vereinsgebäude des SV Union Wesenberg um. Optimistisch renovierten Torsten Bähler und viele Helfer damals noch die neuen Räume. Doch zum 31. Dezember 2015 kündigte Klubleiter Bähler.

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