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In Strelitz gab es fünf Verkehrstote

Mehr Verkehrstote, mehr Verletzte und mehr Verkehrsunfälle – die Unfall-Statistik der Polizei für den Raum Mecklenburg-Strelitz liest sich nicht gut. Auch in diesem Jahr verunglückte ein Motorradfahrer bereits tödlich. 

Bei Matthias Paa und seinen Kollegen von der Neustrelitzer Polizei wird koordiniert was nötig ist, wenn beispielsweise ein Unfall auf den Straßen der Region passiert ist.
Anett Seidel Bei Matthias Paa und seinen Kollegen von der Neustrelitzer Polizei wird koordiniert was nötig ist, wenn beispielsweise ein Unfall auf den Straßen der Region passiert ist.

Bei einem Zusammenstoß, auf der B 198 zwischen Neustrelitz und Zinow ist ein 63-jähriger Motorradfahrer ums Leben gekommen. Eine 72-jährige Autofahrerin ist von einem Grundstück auf die Straße abgebogen und hat den Motorradfahrer übersehen. Im April meldete die Polizei in Neustrelitz diesen schweren Verkehrsunfall. In die Statistik für dieses Jahr wird dieser damit als erster Verkehrsunfall mit tödlich verunglückter Person eingehen.

Matthias Paa, Hauptkommissar im Polizeihauptrevier in  Neustrelitz, erinnert sich an den Unfall. Wenn er Dienst hat, laufen bei ihm solche Meldungen auf und er setzt dann, wenn es notwendig ist, die Rettungslinie in Gang. „Krankenwagen, Feuerwehr, Abschleppdienst und wenn es sein muss, wird auch der Bestatter gefordert.“ Matthias Paa hat die Zahl der Unfälle und der dabei verletzten Personen nicht im Kopf. Doch in der Zentrale im Neustrelitzer Revier sammelt sich an, was am Ende des Jahres für die Unfallstatistik zusammengefasst wird.

Gerade ist die Statistik von 2015 rausgekommen. Die liest sich für den ehemaligen Landkreis Mecklenburg-Strelitz gar nicht gut. Fünf Menschen sind im vergangenen Jahr in der Region bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Im Jahr zuvor waren es vier. Im Dezember hatte ein 19-Jähriger die Kontrolle über sein Auto auf der B 96 zwischen Krickow und Usadel verloren. Er prallte mit hoher Geschwindigkeit an einen Baum. Dabei verletzte sich der Jugendliche so schwer, dass die Ärzte ihn nicht mehr retten konnten. Er verstarb im Krankenhaus.

Aufgefahren und dann auch noch Feuer gefangen

Auch die Zahl der bei Unfällen schwer verletzten Menschen ist angestiegen: von 53 im Jahr 2014 auf 59 im vergangenen Jahr. Dabei hatte ein Fahrer im Dezember zwischen Neustrelitz und Fürstenberg noch Glück im Unglück. Kurz vor Mitternacht fuhr er auf Höhe des Abzweigs nach Drewin ungebremst auf einen stehenden Anhänger eines Lkw auf. Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, fingen in der Folge beide Fahrzeuge an zu brennen. Der Lkw-Fahrer hatte kurz vor dem verheerenden Zusammenprall an einer Baustellenampel gehalten. Dies hatte der Autofahrer dahinter zu spät bemerkt.

Der 26-Jährige fuhr mit voller Wucht auf. Sein Fahrzeug wurde dabei unter den Anhänger des Paket-Lasters gedrückt. Er hatte den wartenden Lkw offenbar völlig übersehen. Später ergab ein Atem-Alkoholtest einen Wert von 1,55 Promille bei dem Mann. Wie durch ein Wunder konnte sich der vermeintliche Unfallverursacher trotz schwerer Verletzungen selbst aus seinem zerquetschten Auto befreien, bevor es Feuer fing.

Die meisten Unfälle, die bei Matthias Paa und seinen Kollegen eingegangen sind, passierten, weil die Vorfahrt missachtet wurde, weil Autofahrer zu schnell unterwegs waren, unaufmerksam beim Überholen waren oder unter Alkoholeinfluss standen. Erstaunt ist der Polizeihauptkommissar, dass den höchsten Anteil bei den Unfallverursachern die Generation über 60 mit 17,7 Prozent hatte.