Jüngere entdecken Gedenkstätte:

Interesse an Louise ungebrochen

Hans-Joachim Engel, Leiter der Louisen-Gedenkstätte, freut sich über die Saison 2013. Es seien mehr jüngere Besucher gekommen als in Vorjahren. Und manch Erstbesucher erhält sogar ein ganz besonderes Willkommensgeschenk.

Der Leiter der Louisen-Gedenkstätte Hans-Joachim Engel zeigt der zehnjährigen Johanna Schröder eine Louisenfigur aus feinem Bisquitporzellan.
Ute Köpke Der Leiter der Louisen-Gedenkstätte Hans-Joachim Engel zeigt der zehnjährigen Johanna Schröder eine Louisenfigur aus feinem Bisquitporzellan.

Johanna aus Neustrelitz ist das erste Mal in der Louisen-Gedenkstätte, die bei ihrem Besuch am Reformationstag das letzte Mal in diesem Jahr geöffnet hatte. „Ich wollte selbst her“, betont die 10-Jährige. Schon öfter hier war ihr Opa, der sie begleitet. Günter Brzank besuchte die Gedenkstätte bereits, als der historische Ort gerade restauriert worden war.

Besonders fasziniert ist Johanna Schröder von der Atmosphäre des  Sterbezimmers der Königin Louise. Aber auch der Morgenrock der Königin, eine Replik des Originals aus Seidentaft, und das von Bildhauer Christian Daniel Rauch original geschaffene Kopfstück Louises aus Marmor interessiert die kleine Neustrelitzerin. Für den Höhepunkt von Johannas Besuch sorgt dann aber Gedenkstättenleiter Hans-Joachim Engel. Er schenkt ihr eine Louisen-Büste aus Bisquitporzellan. Vielleicht hatte Engel die Begeisterung der 10-Jährigen bemerkt, als er die Glastüren des Schrankes mit den seltenen Porzellanplastiken aus Thüringen geöffnet hat. Zu sehen sind Königin Louise bei ihrem Treffen mit Napoleon, aber auch Blücher sowie die Schwesterngruppe von Schadow und weitere edle Objekte in feinstem Porzellan. Diese historischen Plastiken der „Porzellanfabrik Königlich Tettau“ hatte sich die Gedenkstätte für die Saison 2013 extra ausgeliehen.

Der Anteil junger Familien würde immer größer unter den Besuchern. 7500 Besucher in der Saison, auch 2013, diese Zahl sei fast gleichbleibend erklärt Hans-Joachim Engel. Doch das Durchschnittsalter habe sich verringert. Offenbar sei das Geschichtsbewusstsein offensichtlich unter jungen Leuten gewachsen. Das passe zur Hauptaufgabe des Schlossvereins „Heute das Gestern für Morgen bewahren“, freut sich der Gedenkstättenleiter. Rückblickend auf die Saison sieht Hans-Joachim Engel auch den gestiegenen Anteil von Einzelbesuchern positiv.

Gespannt sein können die Besucher auf die Saisoneröffnung im kommenden Jahr.  Der „Königin-Louise-Orden“ hat 2014 sein 200-jähriges Jubiläum. Dieser Frauenverdienstorden wurde 1814 von Friedrich Wilhelm III. in Andenken an seine Frau gestiftet. Damit wird der Gedenkstätte ein weiteres Juwelteil hinzugefügt.

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